Zwischenruf: Wo Olympische Fantasien auf Wirklichkeit treffen

Zwischenruf: Wo Olympische Fantasien auf Wirklichkeit treffen

Manchmal bekommt FAIRspielen sowas wie einen Leserbrief oder eine Art Anmerkung. Hier ist mal so eine, die aus Gründen ohne den Autoren veröffentlicht wird, aber er ist bekannt. Das ist vielleicht einfach ein Zwischenruf. Gründe dafür gibt es sehr viele. Was alles seitens Rot-Grün und Wirtschaft und in ausgewählten Zeitungen und Medienhäuser an Irrsinn in die Bewerbung um Olympische Spiele hinein“visioniert“ wird, grenzt schon an den Verdacht, dass Drogen im Spiel sein könnten. Aber vermutlich nicht mal das. Ach ja, der Zwischenruf,  – geht so:

„Ich möchte mal auf n paar Themen eingehen, die meines Erachtens noch sehr wenig Beachtung in den Diskussionen finden (alle Zitate aus mopo oder HA):

– Anreise
Olympische Spiele sind nicht das gleiche wie n Marathon, Cyclassics oder der Kirchentag! Denn es werden 10 – eher 12 Millionen BesucherInnen innerhalb weniger Wochen erwartet. Und wie kommen diese vielen Millionen BesucherInnen nach Hamburg? Der Senat sagt: „Die Stadt plant ein Multi-Airport-Konzept: Passagiere sollen auch über Flughäfen in München, Frankfurt und Kopenhagen sowie kleinere Airports in Hannover, Bremen und Lübeck anreisen und über das Schienennetz weitertransportiert werden.“

Echt jetzt? Also Hamburg kann eben ‚nur‘ – auch bedingt durch die sich kreuzenden Start- und Landebahnen – knapp 15 Millionen Passagiere bewältigen – im Jahr!!! Der BER dagegen 25 Millionen. Und München? 42 Millionen!

Was werden sich die Entscheidungsträger beim NOK (*gemeint ist der DOSB) und beim IOC wohl dabei denken? Keine Direktflüge, sondern umsteigen auf die Deutsche Bahn?

– Die Abstimmung geht auch um die Ausrichtung im Jahr 2036. Das ist zwar ein geschichtlich beschissenes Datum, davon aber mal abgesehen, wird es eher selten beleuchtet. Immer geht es um 2040 oder 2044. Das ausrichtende NOK wird aber nicht sagen können, Deutschland bewirbt sich mit Hamburg, aber 2036 ist jetzt nicht so passend … wenn also das „Multi-Airport-Konzept“ funzen sollte, braucht es auch einen Hauptbahnhof bis 2036 der funzt. Wie wahrscheinlich ist das? Wer des Öfteren mit der S-Bahn zum Flughafen oder von der südlichen Elbseite zum Jungfernstieg unterwegs ist- kann das „Erlebnis“ nur mit ganz viel Humor oder Sarkasmus Ertragen … zum Scherz sage ich mir dann immer: Lasst die „Jugend der Welt“ das doch bitte auch mal erleben, wenn wir im Sommer in nicht klimatisierten viel zu vollen S-Bahn-Waggons eingepfercht das Leben in vollen Zügen ‚genießen‘ …

– Der Senat will ein neues Stadion bauen … bis 2036? Wie wahrscheinlich ist das?

– „Verkehrschaos im Volkspark – Parallelveranstaltungen in der Kritik“ Sobald in der Barclaycard Arena und im Volkspark zeitgleich Veranstaltungen stattfinden, bricht dort alles an „Bewegung“ zusammen! Und auf dem jetzigen Großparklatz „Rot“ soll dann noch das neue Stadion gebaut werden. Die „Verkehrsdirektion spricht von einem städtebaulichen Defizit“, welche einfach nicht in den Griff zu bekommen ist.

– Doch wird es mit der U 5 nicht bald besser dort? Der Geschäftsführer der „Hochbahn-U5-Projekt-GmbH“ dazu: „Sollte Hamburg den Olympia-Zuschlag bekommen, dann besser für die Spiele 2040, wünscht er sich. Die Anbindung der Haltestelle Arenen Volkspark sei nämlich bis 2036 noch nicht vorgesehen – und auch kaum stemmbar.“

– Schon mal was von dem Unfall an den Elbbrücken gehört? Schiff gegen Brücke – Brücke muss abgerissen werden. Oder LKW brennt unter der S-Bahn-Brücke – S-Bahn-Strecke wochenlang in den Süden gesperrt. „Abriss, Umbau, Neubau: Elbbrücken werden jahrelang zum Nadelöhr“ „Nach Einschätzung der Deutschen Bahn werden noch rund fünfeinhalb Jahre für Planung und Genehmigung benötigt. Der eigentliche Bau soll anschließend etwa sieben Jahre dauern“ … wer n büschen die Medien verfolgt, merkt auch hier … bis 2036 unmöglich, bis 2040 wird es eng …

– Wo übernachten die Gäste eigentlich? „Fast acht Millionen Gäste: Übernachtungsrekord in Hamburg“. Und weiter: „Die Zimmerauslastung in den Hamburger Hotels von durchschnittlich 77 Prozent sei nicht nur im Vergleich mit den größten deutschen Städten die höchste, sondern gehöre auch europaweit zu den Top fünf!“ Braucht die notleidende Hotellerie nun noch weitere Unterstützung, damit Hamburg bekannter wird? Was also wird bei einem „Olympia in Hamburg“ gebaut werden – Wohnungen oder Hotels?

Ist jetzt doch n büschen länger geworden, wollte ich aber mal loswerden 😉“

dirkseifert

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