Olympia Hamburg: Airport-Konzept steht für Scheitern des Mobilitätskonzepts

Senat und Wirtschaftsvertretungen in Hamburg reden Wunderdinge vom Himmel, um die Bevölkerung für eine Zustimmung zur Bewerbung für olympische Spiele zu gewinnen. Risiken und Nebenwirkungen sind den Lobbyisten komplett unbekannt. Olympia und Wohnungsmangel und steigende Mieten? Absolut No Problem, man muss nur an den Olympia-Traum glauben. Und die Sache mit dem Klima und dem Verkehr? Olympia in Hamburg wird – Abracadabra – klimapositiv. Also eine CO2-Senke! Je mehr Olympia, desto besser für das Klima. Wie das gehen soll, verrät der Senat erstmal noch nicht. Und dann ist da noch die Sache mit den Millionen Flug-Gästen, die für Olympia nach Hamburg wollen würden. Hamburgs Konzept, so der Umweltverband BIG Fluglärm in Hamburg, ist vor allem ein Symbol des Scheiterns. FAIRspielen dokumentiert dazu die aktuelle Presseerklärung.
Erhebliche Bedenken und Ablehnung gegen die Folgen einer Olympia-Bewerbung – Berichte auf FAIRspielen
- Olympia-Bewerbung: „Mieter helfen Mietern“ warnt vor steigenden Mieten in Hamburg
- Heilsversprechen Olympia: Hamburger Senat präsentiert bunte Wundertüte
- Hallo Hamburg und auch anderswo: „Olympia lässt die Preise explodieren“
- Hamburg NOlympia: Bildungsgewerkschaft GEW lehnt Olympiabewerbung ab
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- Bund der Steuerzahler: Olympia in Hamburg: Große Vision, aber keine ehrlichen Zahlen!
- Hamburgs größter Umweltverband NABU sagt NOlympia – Keine Spiele mit Hamburg
Dokumentation: Pressemitteilung vom 18. Mai 2026 – https://www.big-fluglaerm.de/
Die olympische Klimalüge – Multi-Airport-Konzept steht für Scheitern des Mobilitätskonzepts
Der Umweltverband BIG Fluglärm in Hamburg wirft dem Senat eine systematische Irreführung über die tatsächlichen Klima- und Verkehrsfolgen der Olympiaplanung vor. Mit dem inzwischen bekannt gewordenen Multi-Airport-Konzept bestätige der Senat unfreiwillig genau jene Probleme, auf die der Umweltverband seit Beginn der Debatte um Olympia in Hamburg hinweist.
„Während öffentlich von nachhaltigen Spielen, kurzen Wegen und klimafreundlicher Mobilität gesprochen wird, plant der Senat im Hintergrund ein komplexes europäisches Verkehrsgroßsystem aus internationalen Drehkreuzen, regionalen Flughäfen, Schienennetzen, Transferachsen und Taktverdichtungen zur Bewältigung der zusätzlich erwarteten Luftverkehrsströme. Genau darin zeigt sich die Kluft zwischen olympischer Nachhaltigkeitsrhetorik und realer Verkehrsplanung“, erklärt Martin Mosel, Vorsitzender des Umweltverbands BIG Fluglärm in Hamburg.
Verkehrsexperten warnen vor erheblichen Risiken für die Infrastruktur der Stadt. Kritisiert werden steigende Kosten sowie Auswirkungen auf den Alltag der Hamburgerinnen und Hamburger. Nach Auffassung der BIG entsteht kein kompaktes Mobilitätskonzept, sondern ein großräumiges Ausweich- und Transportsystem zur Bewältigung zusätzlicher Verkehrsströme. Ungeklärt bleibt, wie ein derart umfangreiches System zwischen Flughäfen, Bahnunternehmen und Infrastrukturpartnern abgestimmt und koordiniert werden soll.
Das Hamburger Olympiakonzept basiert auf täglich 50.000 zusätzlichen Flugreisenden – insgesamt rund 1,5 Millionen Menschen und etwa 11.000 zusätzliche Flugbewegungen innerhalb weniger Wochen. Rechnerisch entspricht dies durchschnittlich rund 365 zusätzlichen Flugbewegungen pro Tag. Bereits heute werden am Flughafen Hamburg an Spitzentagen bis zu 500 Flugbewegungen abgewickelt – ein Niveau, das das System regelmäßig an Belastungsgrenzen bringt.
Nach Auffassung der BIG offenbart sich gerade in diesen zusätzlichen Luftverkehrsströmen die eigentliche Klimabelastung der Olympiaplanung. Der größte Teil der zusätzlichen Emissionen entsteht nicht in den Sportstätten, sondern im internationalen Flugverkehr – einschließlich erheblicher Nicht-CO₂-Klimaeffekte.
Besonders brisant sei deshalb die inzwischen auch vom Senat bestätigte Aussage, dass die Kapazitäten des Hamburger Flughafens für die erwarteten Verkehrsströme nicht ausreichen. Zusätzliche Passagierströme sollen deshalb über internationale Drehkreuze wie Frankfurt, München, Kopenhagen, Berlin und Düsseldorf sowie über regionale Flughäfen wie Hannover, Bremen und Lübeck abgewickelt werden.
Trotz dieser Entwicklung hält der Senat weiter an der Darstellung klimafreundlicher und nachhaltiger Spiele fest. Nach Auffassung der BIG werde damit deutlich, wie weit öffentliche Nachhaltigkeitsrhetorik und reale Verkehrsplanung auseinanderliegen. Dies zeige sich insbesondere in der Rolle von Umweltsenatorin Katharina Fegebank. Die Umweltsenatorin übernimmt faktisch die kommunikative Absicherung des olympischen Projekts, dessen Voraussetzung massive zusätzliche Flugmobilität mit erheblichen Emissionen sowie zusätzlichen Umwelt- und Fluglärmbelastungen sei.
„50.000 zusätzliche Flugreisende pro Tag sind keine klimafreundliche Mobilität, sondern ein verkehrspolitischer Ausnahmezustand. Wenn der Senat dafür ein internationales und regionales Ausweichsystem zusätzlicher Flughäfen organisieren muss, ist das kein Zeichen funktionierender Planung, sondern der Nachweis des Scheiterns des Mobilitätskonzepts. Genau darin liegt die olympische Klimalüge“, erklärt Mosel abschließend.
Kontakt und Rückfragen
Für Nachfragen steht Ihnen Martin Mosel vom Umweltverband BIG-Fluglärm in Hamburg, 0151/50893239, presse@big-fluglaerm.de, www.big-fluglaerm.de, gerne zur Verfügung.
Über BIG-Fluglärm:
Als anerkannter Umweltverband vertritt BIG Fluglärm in Hamburg seit 1988 die Interessen der durch Fluglärm betroffenen Menschen in Hamburg und der Metropolregion. Der Verband setzt sich für wirksamen Klima- und Gesundheitsschutz sowie für eine verantwortungsvolle Luftverkehrspolitik ein.





