Hamburgs größter Umweltverband NABU sagt NOlympia – Keine Spiele mit Hamburg

Hamburgs größter Umweltverband NABU sagt NOlympia – Keine Spiele mit Hamburg

Jenseits der Stimmungsmache und mit Steuermitteln finanzierten Mega-Werbefeldzugs des rot-grünen Senats in Hamburg bemühen sich gemeinnützige und nicht ökonomisch motivierte Verbände im einen kritischen Faktencheck zum Sinn einer olympischen Bewerbung von Hamburg. Schon jetzt wird deutlich, dass die Spiele mindestens bei 10 Milliarden Euro kosten werden. Wichtige Kostenkategorien werden von SPD und Grünen sowie CDU und Handelskammer eher unterschlagen. Der NABU in Hamburg, größter Umweltverband vor dem BUND in Hamburg, hatte auf seiner Mitgliederversammlung jüngst NOLYMPIA beschlossen. Darüber berichtet der Naturschutzverband jetzt auf seiner Seite. Hat das Abendblatt und der NDR dazu schon berichtet?  Schreibt mir.

Der NABU Hamburg zieht als Fazit aus Gründen, die dort genannt werden: „Der NABU fordert eine nachhaltige Stadtentwicklung mit Fokus auf Natur- und Klimaschutz. Priorität liegt auf Investitionen in öffentlichen Nahverkehr, Renaturierung, Klimaanpassung und allgemein nachhaltige Infrastruktur. Angesichts der vorliegenden Argumente ruft der NABU Hamburg alle Hamburgerinnen und Hamburger auf, verantwortungsvoll zu handeln und bei der Abstimmung am 31. Mai mit Nein zu stimmen.“

Außerdem hat der NABU diese PM veröffentlicht:

Pressedienst des NABU Hamburg
21.04.2026

Kritik an A26 Ost und Flächenverbrauch: NABU Hamburg positioniert sich gegen Olympia
NABU Hamburg empfiehlt Nein zur Olympia-Bewerbung – Natur- und Klimaschutz dürfen nicht unter die Räder kommen.

Der NABU Hamburg spricht sich klar gegen die Bewerbung der Freien und Hansestadt Hamburg als Ausrichterin Olympischer Spiele aus. Auf der Mitgliederversammlung am 16. April 2026 haben die Mitglieder des NABU-Landesverbandes mit großer Mehrheit beschlossen, die Bewerbung Hamburgs abzulehnen. Den Mitgliedern des NABU sowie den Hamburger*innen wird empfohlen, beim Referendum am 31. Mai mit „Nein“ zu stimmen.

Aus Sicht des NABU stehen die geplanten Olympischen Spiele im deutlichen Widerspruch zu zentralen Zielen des Natur-, Klima- und Umweltschutzes. Besonders kritisch bewertet der Verband die zu erwartenden Eingriffe in wertvolle Grün- und Naturräume. Das bisher vorliegende Bewerbungskonzept lässt Belastungen und Verluste für
Natur, Landschafts- und Naturschutzgebiete, Biodiversität, Biotopverbund und des
Grünen Netzes erwarten, z.B. im Volkspark, in Hummelsbüttel, rund um die Alster
oder auch im Umfeld der Regattastrecke in Allermöhe.

„Olympische Spiele mögen kurzfristig Aufmerksamkeit und wirtschaftliche Impulse versprechen, doch die ökologischen Folgekosten sind erheblich und langfristig“, erklärt Christina Wolkenhauer, 2. Vorsitzende des NABU Hamburg. „Wir sehen die Gefahr, dass wertvolle Naturflächen geopfert werden, die sich nicht einfach an anderer Stelle ersetzen lassen.“

Ein weiterer Kritikpunkt ist der erhebliche Eingriff in bestehende Ökosysteme. Großprojekte dieser Art gehen erfahrungsgemäß mit Baumaßnahmen einher, die Böden, Gewässer und Landschaftsräume nachhaltig verändern. Neben dem direkten Flächenverbrauch führen Baustellenverkehr, Lärm und Emissionen zu zusätzlichen Belastungen für Mensch und Natur. Auch Ausgleichsmaßnahmen könnten diese Eingriffe häufig nicht vollständig kompensieren.

Zudem äußert der NABU erhebliche Zweifel an der vielfach betonten Klimaneutralität der Spiele. Die Erfahrungen vergangener Großveranstaltungen zeigen, dass die tatsächlichen Emissionen häufig deutlich höher ausfallen als geplant. Insbesondere der Bau und Betrieb der Infrastruktur führen zu einem erheblichen CO₂-Ausstoß. „Die Versprechen klimaneutraler Spiele sind aus unserer Sicht nicht belastbar. Stattdessen droht ein massiver Rückschritt für den Klimaschutz“, so Vorstandsmitglied Günter Lach.

Zentraler Kritikpunkt: Verknüpfung von Olympia und Bau der A26 Ost

Als besonders schwerwiegend bewertet der NABU Hamburg die Verknüpfung der Olympia-Bewerbung mit dem Bau der Autobahn A26 Ost. Dieses Projekt wird vom Senat als Teil der notwendigen Infrastruktur für die Spiele angeführt. Der NABU lehnt den Bau der A26 Ost seit Jahren entschieden ab, da er mit erheblichen Eingriffen in empfindliche Natur- und Landschaftsräume verbunden ist. Dazu zählen unter anderem Moor- und Marschgebiete, die eine wichtige Funktion für den Klimaschutz als CO₂-Speicher erfüllen und zugleich wertvolle Lebensräume für zahlreiche Arten darstellen.

„Dass ausgerechnet ein ökologisch hoch problematisches Autobahnprojekt wie die A26 Ost durch Olympia zusätzlichen Rückenwind erhalten soll, ist für uns nicht akzeptabel“, betont Christina Wolkenhauer. „Hier werden verkehrspolitische Fehlentscheidungen mit einem internationalen Großereignis verknüpft – auf Kosten von Natur, Klima und zukünftigen Generationen.“

Der NABU Hamburg fordert stattdessen eine nachhaltige Stadtentwicklung, die den Schutz von Natur und Klima konsequent in den Mittelpunkt stellt. Investitionen sollten gezielt in den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, die Renaturierung von Flächen sowie in Maßnahmen zur Klimaanpassung fließen.

Vor diesem Hintergrund ruft der NABU Hamburg alle Hamburger*innen dazu auf, bei der anstehenden Abstimmung verantwortungsbewusst zu entscheiden und sich gegen die Ausrichtung Olympischer Spiele in Hamburg auszusprechen.

Rückfragen:
Christina Wolkenhauer, stellv. Vorsitzende des NABU Hamburg, wolkenhauer@NABU-Hamburg.de, Tel. 040/70 201 467

Dr. Günter Lach, Vorstandsmitglied, lach@NABU-Hamburg.de, Tel. 0170 34 91 160


Herausgeber: NABU Hamburg Klaus-Groth-Straße 21, 20535 Hamburg
Redaktion: NABU Hamburg, Pressestelle, Jonas Voß (verantwortlich)
Tel.: 040-69 70 89-23 | Fax -19, E-Mail: Presse@NABU-Hamburg.de

dirkseifert

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