Hamburgs Olympiabewerbung: Forscher rechnet mit 10 Milliarden Euro Kosten

Hamburgs Olympiabewerbung: Forscher rechnet mit 10 Milliarden Euro Kosten

Fairspielen.de dokumentiert PM von NOlympia-Hamburg: Hamburgs Olympiabewerbung: Forscher rechnet mit 10 Milliarden Euro Kosten

Die Zeit hat heute ein Interview mit Alexander Budzier veröffentlicht, Co-Author der “The Oxford Olympics Study”. Die Studie untersuchte alle Olympischen Spiele im Zeitraum 1960-2024 hinsichtlich ihrer Kosten und Kostenüberschreitungen. Für alle Sommerspiele stellte die Studie fest, dass die Budgets im Median, real um 121% überschritten wurden. In Bezug auf die Hamburger Spiele stellt er in dem Interview fest, dass für “Bau oder Umbau von Stadien, die nötige Verkehrsinfrastruktur, das olympische Dorf, aber auch viele temporäre Maßnahmen wie Straßensperrungen oder Medienzentren”, also Ausgaben, die das IOC als Sache der Gastgeber ansieht, größere finanzielle Risiken liegen. Er schlussfolgert, dass Hamburg mit Ausgaben in Höhe von 10 Milliarden Euro oder mehr zu rechnen habe – wenn man auch die Inflation berücksichtigt. In dem Interview beschreibt Kostenrisiken, die unter anderem durch den festen Termin entstehen und warnt davor, sich auf Bundesmittel zu verlassen.

Bezogen auf das Jahr 2026 schätzt NOlympia die Größenordnung der gesamten Ausgaben mit mindestens 9 Milliarden, also 3 Milliarden höher als der Senat, und unter Berücksichtigung der Inflation für die Jahre 2036 folgende ebenfalls höher an. Dementsprechend geht NOlympia von einem zu finanzierenden Betrag in Höhe von mindestens 4-5 Milliarden Euro aus – während der Senat lediglich 1,3 Milliarden Euro angibt.

In seinem Schreiben an die Bürgerschaftspräsidentin(S.4) verspricht der Finanzsenator für die Erstellung des Doppelhaushalts 2027/2028 “eine zusammenhängende Aufbereitung aller finanziellen Auswirkungen der Spiele”. In demselben Schreiben erwähnt er auch, dass in “außergewöhnlichen Notsituationen” eine Kreditaufnahme, also mehr Schulden, möglich sind (S.3).

Dazu Eckart Maudrich, Pressesprecher von NOlympia-Hamburg: „Es ist demokratisch nicht nachvollziehbar, warum den Abstimmenden vor dem Bürgerschaftsentscheid eine grob unvollständige Kalkulation vorgelegt wird, in der Kostenblöcke in Milliardenhöhe  fehlen, während wenige Monate später eine vollständige finanzielle Transparenz hergestellt werden kann. Politisch sind überoptimistische Einschätzungen über die Kosten der Spiele und das Weglassen von großen Kostenblöcken bei Olympischen Spielen seit 1960 die Norm. Die öffentliche Kommunikation des Hamburger Senats reiht sich leider nahtlos darin ein.“

Siehe bei NOlympia-Hamburg.de für die vollständige Pressemitteilung, Kostenschätzung sowie finanzielle Perspektive auf das Olympiastadion.

dirkseifert

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