Kritik am DOSB – 100 Jahre nach der Nazi-Olympiade: Bundespräsident Steinmeier bremst Olympia-Träume für 2036 aus historischen Gründen

Der Deutsche Olympische Sport Bund (DOSB) hat ein Bewerbungsverfahren für die Durchführung olympischer Spiele angesetzt, das nicht nur durch den damit verbundenen Konkurrenzkampf verschiedener Bewerberstädte extrem teuer ist. Der Verband hat auch ein Verfahren auf den Weg gebracht, bei dem Deutschland 100 Jahre nach der Nazi-Olympiade von 1936 diese fragwürdige Sport-Mega-Veranstaltung 2036 erneut durchführen will. Wie besinnungslos ist so eine Terminierung angesichts der gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen? Selbst wenn das aufgrund der internationalen Bewerbungslage eigentlich unmöglich ist: Die Bewerberstädte München, Hamburg, Köln-Rhein-Ruhr NRW und auch Berlin folgen dieser fragwürdigen Prozedur, statt den DOSB aufzufordern, dieses Datum umgehend zu streichen. Nun meldet sich Bundespräsident Steinmeier vernehmlich zu Wort und kritisiert diesen Bewerbungstermin. Eigentlich ist die Forderung klar: Der DOSB muss die Bewerbung für 2036 sofort stornieren und bei den noch anstehenden Bürgerabstimmungen muss das Datum 2036 umgehend gestrichen werden. Es stünde den Bewerberstädten und politisch Verantwortlichen mehr als gut zu Gesicht, wenn sie den DOSB entsprechend auffordern und dieses Datum so oder so und definitiv aus den Wahlunterlagen für die kommenden Abstimmungen streichen (FOTO: Bundesregierung/Steffen Kugler)
„Steinmeier ist gegen Olympische Sommerspiele 2036 in Deutschland“ schreibt z.B jetzt die Zeit. Mit Bezug auf das Präsidialamt schreibt das Blatt weiter: 2Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lehnt eine deutsche Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele im Jahr 2036 ab. Das bestätigte ein Sprecher des Bundespräsidialamts. Steinmeier sehe das Jahr 2036 als historisch problematisch für eine deutsche Bewerbung an. Begrüßen würde Steinmeier dagegen, wenn Deutschland die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2040 oder 2044 ausrichten könnte.“ Gleichzeitig heißt es dort: „Olympische Spiele in Berlin könnten bis zu 15 Milliarden Euro kosten“. Verwiesen wird auch darauf, dass für 2036 Indien und Katar derzeit als aussichtsreiche Kandidaten gehandelt werden.
- Auch der Spiegel und zahlreiche anderen Medien berichten über die Kritik des Bundespräsidenten.
Der Spiegel schreibt: „Der Bundespräsident sieht das Jahr 2036 als historisch problematisch für eine deutsche Bewerbung an«, erfuhr der SPIEGEL aus dem Bundespräsidialamt. 1936, genau 100 Jahre zuvor, hatte das nationalsozialistische Deutschland unter Adolf Hitler die Olympischen Sommerspiele ausgetragen und als Propagandaveranstaltung missbraucht.“




