Olympisches Grünes Band Hamburg? Grüne Versprechen ohne Substanz

Olympisches Grünes Band Hamburg? Grüne Versprechen ohne Substanz

Der BUND hat die bisherigen Versprechungen und Ankündigen des rot-grünen Senats zu einem ökologischen Olympia-Projekt massiv kritisiert. Dabei stützt sich der BUND in seiner Bewertung auf die Ergebnisse einer Schriftlichen Kleinen Anfrage, mit der der Bürgerschaftsabgeordnete Stephan Jersch den Senat zum Sachstand zum angekündigten Projekt eines „Olympischen Grünen Bandes“ gefragt hatte. Der BUND stellt fest: „Hinter dem grünen Deckmantel der Olympiabewerbung stecken bislang wenig mehr als Ankündigungen.“ Und Jersch kritisiert, dass der Senat jetzt diese Grüne Band an die Olympia-Vergabe gekoppelt wird: „Erpressung und nicht zu akzeptieren“, sagt er. Die BUND-Vorsitzende Sabine Sommer mit Blick auf die Ergebnisse der Senatsanfrage: „Ohne klare Ziele, verbindliche Zeitpläne und ein Pflege- und Instandhaltungskonzept bleibt das Grüne Band eine inhaltsleere Imagekampagne.“

  • Der Bürgerschaftsabgeordnete Stephan Jersch kommentiert die Senatsantworten hier auf seiner Homepage. Dort ist auch die Schriftliche Kleine Anfrage Drs. 23//03745 mit den Senatsantworten zu finden.
  • Die Stellungnahme vom BUND Hamburg und die Aussagen von Sabine Sommer sind hier online.

Am 31. Mai findet in Hamburg das Referendum für die von SPD, Grünen und CDU sowie Handelskammer angestrebten Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 und 2044 statt. Der Senat hat bislang – so wird vielfach aus der Zivilgesellschaft kritisiert – wenig ausgereifte Eckdaten benannt. Die sind auch deshalb problematisch, weil z.B. für Olympische Spiele etliche Neubauten erforderlich sind, die der Senat aber nicht als solche bezeichnet, sondern diese als ohnehin notwendig deklariert. Außerdem wurde nur begrenzt Kosten der Spiele benannt, die mit aller Erfahrung nach, nicht realistisch sind oder gar nicht eingepreist werden: So sind die Kosten für das neue Olympia-Stadion oder auch die Kosten für die Sicherheit nicht benannt. Die Hamburger*innen stimmen – wie schon zuvor die Betroffenen in München und zuletzt in NRW und Kiel – auf Basis sehr begrenzter Informationen über einen Milliarden-Euro-Teuren Sportevent ab. Meist gehen Olympische Spiele zu lasten der öffentlichen Kassen und zum Vorteil des Internationalen Olympischen Committe (IOC) und der Sponsoren.

dirkseifert

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