Linke: Hamburg sagt ‚Nein‘ zu Olympia: Blamage des Senats muss Konsequenzen haben

Die Linke zur Nolympia Entscheidung: Hamburg sagt ‚Nein‘ zu Olympia: Blamage des Senats muss Konsequenzen haben
Die Hamburger*innen wollen keine Olympischen und Paralympischen Spiele in Hamburg – das haben sie heute beim Referendum klargestellt. Rund 55 Prozent (Stand 19.35 Uhr) stimmten mit „Nein“ – und erteilten damit dem Wunsch des Senats und seiner Unterstützer*innen aus CDU, Handelskammer und Eventbranche eine klare Absage, sich für die Austragung zu bewerben.
Dazu Heike Sudmann, Co-Fraktionsvorsitzende der Linken in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Das ist ein starkes Ergebnis und eine gute Entscheidung für die ganze Stadt! Die Hamburger*innen haben sich vom Senat und seiner kolossalen Olympia-Materialschlacht nicht blenden lassen. SPD, Grüne, CDU und Wirtschaft haben zig Millionen verpulvert und haben Kritiker*innen des Olympia- Konzepts als ‚schlecht gelaunt‘ und kleingeistig diffamiert. Diese ebenso arrogante wie unlautere Kampagne hat unsere Stadt gespalten, auch mit moralischer Erpressung und Drohungen: Verkehrsprojekte, Wohnungsbau, Barrierearmut – alles ging plötzlich nur noch durch Olympia. Was für ein Armutszeugnis für einen Senat, der selbst die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben zur Inklusion von Olympia abhängig machen wollte! Der Erste Bürgermeister sowie alle Senatsmitglieder müssen Konsequenzen ziehen und sich und ihre Politik hinterfragen. Die Probleme der Stadt müssen jetzt und nicht erst in 14 oder 18 Jahren gelöst werden. Daran werden die Hamburger*innen den Senat messen. Wir Linke wissen, dass keins der Probleme Hamburgs durch Olympia gelöst worden wäre. Die Hamburger*innen wissen das auch. Und SPD, CDU und Grüne stehen jetzt bis auf die Knochen blamiert da.“
Dazu Martin Wolter, sportpolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke in der Hamburgischen Bürgerschaft: „Heute Abend steht die Linke als einzige demokratische Partei an der Seite der Mehrheit der Hamburger*innen. Jetzt erst recht: Wir wollen, dass Hamburg ganz groß rauskommt – beim Sozialen, bei den Schulen, vor allem auch bei der Inklusion – die ist doch keine Nebenwirkung Olympischer Spiele, die ist ein Menschenrecht! Finanzsenator Dressel wollte ja bis 2040 aus seinem Haushalt Jahr für Jahr 100 Millionen Euro für Olympia zur Verfügung stellen. Lasst uns diese 1,4 Milliarden Euro sinnvoll verwenden – durch massive Investitionen in den Breitensport, in Turnhallen und Schwimmbäder und in die Barrierefreiheit. Die Linke wird konstruktive Vorschläge für die Verwendung dieser Gelder in die Bürgerschaft einbringen. Und sollte der Bürgermeister wieder das Bedürfnis verspüren, Appelle per Post zu versenden, hätten wir da auch paar Adressen für ihn: die jener Vermieter*innen zum Beispiel, deren Mietwucher der Senat bisher tatenlos hinnimmt. Und noch eine dringende Bitte an SPD, Grüne und CDU: Die Hamburger*innen haben 2015 ‚Nein‘ gesagt zu Olympia und 2026 erneut ‚Nein‘ gesagt – kommt damit nicht nochmal um die Ecke, denn es ist auch mal gut!“





