Versprechungen und immer mehr: Olympische Bewerbungen in Köln und Hamburg

Der Olympia-Hype in Hamburg und NRW überbietet sich mit immer mehr tollen Versprechungen. Der Hamburger Senat kündigt in den nächsten Tagen mit der Stiftung des Otto-Versandimmobilien-Entwicklers massive Geldspritzen für den Sport (104 Projekte für 104 Stadteile heißt es nicht im Otto-Katalog) an, damit vor allem die Jugend so richtig tauglich wird. Und auch NRW rüstet nun olympisch breitensportlich auf. Heute hat sich die Landesregierung mal so richtig in Szene gesetzt und trotz massiver Krisenlagen in vielen Städten so richtig was rausgehauen. „Eine Milliarde für den Sport in NRW“ so der Ministerpräsident Wüst von der CDU, mit denen dort die Grünen koalieren. Besser noch: Wüst verspricht sogar einen wirtschaftlichen Gewinn, obwohl bei fast allen Olympischen Spielen am Ende die öffentlichen Haushalte draufzahlen. In NRW christlich-grün, in Hamburg sozialdemokratisch-grün und im Bundestag? Genau: Christlich-sozialdemokratisch-grün für Olympia: Der Antrag der Fraktionen CDU/CSU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN „Olympische und Paralympische Sommerspiele – Volle Unterstützung einer deutschen Bewerbung“ soll, so ist zu hören, Ende Januar in den Bundestag eingebracht werden und dann wohl im Februar im Sportausschuss auf der Agenda stehen. Die Linke im Regionalverband Ruhr zu den Plänen von NRW: „Kosten für Olympia. Wüsts Aussagen unsolide“.
- Der Antrag im Deutschen Bundestag zu Olympia ist hier als PDF online. Der Sportausschuss des Bundestags ist hier.
- Zu den Ankündigungen der Landesregierung in NRW und dem Ministerpräsidenten Wüst siehe hier den WDR und hier die WAZ.
- Hamburger Senat gemeinsam mit einer privaten Stiftung will Sportprojekte fördern und kündigt PK an.
Hier die PM der o.g. Linken aus dem Regionalverband Ruhr, wo die PM aber bislang nicht online ist:
Kosten für Olympia: Wüsts Aussagen unsolide
Die Linke im RVR: NRW-Ministerpräsident baut finanzielle Luftschlösser
Die Fraktion Die Linke im RVR hält die Erklärung von Ministerpräsident Hendrik Wüst zu den Kosten für Olympia in NRW für völlig unsolide. Ohne jeden Beleg erklärte Herr Wüst am 17.1.2026 gegenüber den Medien, dass die Durchführung der Olympischen Spiele in NRW nur 4,8 Mrd. Euro Kosten würde bei Einnahmen von 5,2 Mrd. Euro.
Wolfgang Freye, Co-Vorsitzender der Fraktion Die Linke im RVR: „Mal einfach so, vor dem Start der Werbekampagne des Landes, solche Zahlen in die Welt zu setzen, ist nicht nur unseriös, sondern auch unglaubwürdig. Für welche Spiele steht diese Aussage – für 2036, 2040 oder 2044? Das ist ein Zeitraum von acht Jahren, in dem die Kosten wohl kaum gleichbleiben. Und wie kann es sein, dass die Austragung von Olympia in NRW in 17 verschiedenen Städten um 27 % günstiger sein soll, als in einer Stadt, in Paris? Das ist völlig unglaubwürdig.“
Im September letzten Jahres hat der französische Rechnungshof erklärt, dass die öffentlichen Ausgaben für die Olympischen Spiele in Paris 2024 bei 6,6 Mrd. Euro lagen, etwa dreimal so hoch, wie ursprünglich geplant. Allein 1,4 Mrd. Euro wurden für die Sicherheit ausgegeben, eine Summe, die bei dem dezentralen Konzept sicherlich höher sein wird.
Wolfgang Freye weiter: „Sicherlich ist es eine komplexe Aufgabe, Kosten zu kalkulieren, die erst in 10, 14 oder 18 Jahren entstehen. Wäre es nicht klüger Herr Ministerpräsident Wüst, das offen anzusprechen? Das Kleinrechnen von Ausgaben vor dem Start der Bewerbungskampagne halten wir jedoch für unmöglich. Die Bürger*innen wollen belastbare Zahlen und keine rechnerischen Luftschlösser. Über das Hochrechnen von Einnahmen wollen wir erst gar nicht reden. In den letzten Jahrzehnten gab es nur einmal Olympische Spiele, die ein Plus erwirtschaftet haben, das war Los Angeles 1984.“
Eine Art Zusammenfassung einer KI zur Frage: „Wie war das heute mit den ankündigungen von Ministerpräsident Wüst in NRW zur Olympia Bewerbung?“
Die KI-Antwort: „Ministerpräsident Hendrik Wüst hat heute in Köln offiziell den Startschuss für die Olympia‑Kampagne der Bewerbungsregion „KölnRheinRuhr“ gegeben und das Konzept nochmals politisch stark beworben. Kernbotschaft war, dass NRW „die kompaktesten, nachhaltigsten und spektakulärsten Spiele“ anbieten wolle und nun massiv um Zustimmung der Bevölkerung wirbt.[city-news]
Was Wüst konkret angekündigt hat
Start einer landesweiten Informations‑ und Werbekampagne „KölnRheinRuhr“ mit Lichtinstallationen an markanten Gebäuden und prominenten Sportlerinnen und Sportlern als Unterstützer.[zeit]
Klare Festlegung, dass sich NRW mit der Region Köln/Rhein‑Ruhr um Olympische und Paralympische Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben will.[olympiabewerbung-rheinruhr]
Politisches Versprechen, die Spiele kompakt, möglichst klimafreundlich und vor allem über bestehende oder temporäre Sportstätten abzuwickeln, also ohne großflächige Neubau‑Orgie.[www1.wdr]
Rolle der Bevölkerung und der Städte
In allen beteiligten Kommunen sollen am 19. April 2026 Ratsbürgerentscheide stattfinden, bei denen die Bürger über die Olympia‑Bewerbung abstimmen; NRW ist damit die einzige Bewerberregion mit einem solchen flächendeckenden Votum.[duesseldorf]
Viele Städte im Rhein‑Ruhr‑Gebiet haben bereits Ratsbeschlüsse gefasst, die Bewerbung zu unterstützen; Köln ist als „Leading City“ mit temporärem Olympiastadion, Olympischem Dorf und Medienzentrum besonders hervorgehoben worden.[lsb]
Finanzielle Zusagen und Dimension
Wüst hat die sogenannte „NRW‑Sportmilliarde“ hervorgehoben: Rund eine Milliarde Euro Landesmittel sind für Modernisierung, Sanierung und Neubau von Sportstätten und Bädern vorgesehen, was gleichzeitig als Signal pro Olympia gesehen wird.[ksta]
Für die eigentlichen Spiele rechnet das Konzept aktuell mit rund 4,8 Milliarden Euro Kosten und etwa 5,2 Milliarden Euro Einnahmen; Wüst spricht von möglichen 14 Millionen Tickets und den „größten Spielen aller Zeiten“.[www1.wdr]
Wie es jetzt weitergeht
Bis zum Ratsbürgerentscheid im April soll umfassend informiert und geworben werden; dazu gehören lokale Info‑Formate in den Kommunen sowie eine zentrale Kampagnen‑Website.[stadt-koeln]
Im September 2026 entscheidet die DOSB‑Mitgliederversammlung, ob „KölnRheinRuhr“ Deutschlands offizieller Kandidat wird; erst danach beginnt der eigentliche Auswahlprozess mit dem IOC.[olympiabewerbung-rheinruhr]
Wenn du magst, kann die Antwort auch gezielt auf Kritikpunkte (Kosten, Nachhaltigkeit, 2036‑Debatte) eingehen, die heute im Umfeld der Ankündigungen eine Rolle spielen.“





Ein Gedanke zu „Versprechungen und immer mehr: Olympische Bewerbungen in Köln und Hamburg“