Nachdem es schwere Kritik an den mangelnden Transparenz des Deutschen Olympischen Sport Bundes gegeben hat, reagiert der nun mit der Veröffentlichung eines Leitfadens zu den Entscheids-Kriterien, nach denen die Bewerber-Städte für Olympische Spiele ausgewählt werden sollen. Das geht aus einer Meldung der Agentur DPA hervor.
Dieser Leitfaden steht jetzt auf der Seite des DOSB online, nachdem zuvor u.a. die Süddeutsche Zeitung kritisiert hatte, dass die Kritierien, nach denen der DOSB seine Entscheidung zwischen Hamburg und Berlin treffen wird, nicht bekannt wären. Auch über mögliche Befangenheiten wurde berichtet, weil sowohl aus Hamburg als auch aus Berlin Mitglieder im Präsidium des DOSB sind.
Der DOSB reagiert auf diesen Druck und schreibt jetzt: „Es handelt sich bei der 102-seitigen Präsentation um keine wertende Zusammenfassung, sondern einen Leitfaden für die Diskussion. Darin sind auch die Kriterien enthalten, an denen die Konzeptentwürfe von Berlin und Hamburg diskutiert werden sollen. Dies sind:
- Vision & Olympisches Erbe
- Gesamtkonzept der Spiele
- Olympisches Dorf
- Sportstätten
- Umwelt & Nachhaltigkeit
- Kosten & Finanzierung
- Unterstützung der Bewerbung
- Unterbringung & Transport
- Paralympische Spiele
- Internationale Wettbewerbsfähigkeit“
Das Abendblatt (kostenpflichtiger Link!) bekommt offenbar leicht kalte Füsse nach dieser Veröffentlichtung. „Denn offenbar fehlen in der Hansestadt ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten. So soll die Stadt für eine Olympia-Bewerbung noch enormen Nachholbedarf haben. Das geht aus den Vorbereitungsunterlagen des DOSB für das Expertengremium hervor. Am Mittwochabend veröffentlichte der Olympia-Bund die Dokumente auf seiner Internetseite.
Das Internationale Olympische Komitee macht mindestens 42.000 Zimmer zur Vorgabe. Danach kann der Mitbewerber Berlin mehr als 58.000 Zimmer vorweisen, Hamburg dagegen nur knapp 16.000 Zimmer. Somit fehlen in der Hansestadt 26.000 Zimmer. Zuvor hatte „NDR aktuell“ über den Inhalt der Unterlagen berichtet.“
Derweil meldet die Morgenpost: „Deutsche wollen die Spiele – Berlin liegt vor Hamburg“ und teilt mit: „Mehr als zwei Drittel der Deutschen hätten gern die Spiele 2024. Dabei bevorzugen sie Berlin vor Hamburg. Das ergab eine Umfrage von RBB und der Morgenpost. Auffällig dabei: das Ost-West-Gefälle.“ Auch der Deutschlandfunk berichtet über eine Umfrage, nach der Berlin als Ausrichter-Stadt bundesweit vor Hamburg liegt.
Der Countdown für die Entscheidung, mit welcher Bewerber-Stadt der DOSB ins Rennen gehen will, ist hier nachzulesen: Damit das Plenum am Ende nichts falsch macht, wird das Präsidium des DOSB bereits am 16. März festlegen, welche Stadt es sein soll. „Am 21. März fällt auf einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung die Entscheidung, ob der DOSB mit Berlin oder Hamburg als Bewerberstadt ins Rennen um Olympische und Paralympische Spiele 2024 und ggf. 2028 geht. Das DOSB-Präsidium wird am 16. März im Anschluss an eine Konferenz mit den Olympischen Spitzenverbänden (15. März) und ein Treffen mit Experten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Gesellschaft eine Empfehlung für die Außerordentliche Mitgliederversammlung erarbeiten.