Nach Olympia-Debakel: GRÜNE JUGEND Hamburg fordert personelle Konsequenzen

Die Grüne Jugend Hamburg hatte schon auf dem Landesparteitag die Olympia-Bewerbung heftig kritisiert (siehe unten im Text). In der PM vom 31. Mai zum Ergebnis des Referendums heißt es: „Dieses Scheitern muss personelle Konsequenzen in der Regierung und den Parteispitzen nach sich ziehen.“ Konkret genannt wird „mindestens“ der SPD-Sport- und Innensenator Grote. Welche weiteren Parteispitzen und ob dabei auch Grüne Parteispitzen gemeint sind, lässt die Grüne Jugend offen. Sie stellen aber fest: „Dass die Hamburger GRÜNEN diesen unsozialen Kurs maßgeblich mit tragen, ist ein schwerer Fehler.“ FAIRspielen dokumentiert die PM der Grünen Jugend Hamburg. (FOTO: Bild zeigt (von links nach rechts): Leon Meyer (Landessprecher), Carro Göbel (Landessprache*in). Fotograf: Magnus Amon Richter)
Das Hamburger Olympia-Referendum ist gescheitert.
Die Bürger*innen dieser Stadt haben sich im heutigen Referendum gegen die Hamburger Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele ausgesprochen. Dieses Ergebnis ist das logische Resultat einer Senatspolitik, die die Lebensrealität der Hamburger*innen konsequent ignoriert. Nach den Verlusten bei der Bürgerschaftswahl und der fatalen Fehleinschätzung beim Zukunftsentscheid, steht die rot-grüne Koalition nun vor den Trümmern eines weiteren, millionenschweren Prestigeprojekts.
Hierzu erklärt Carro Göbel (dey/deren), Landessprecher*in der GRÜNEN JUGEND Hamburg:
In solch einer angespannten Wirtschaftssituationen und während laufenden Haushaltsverhandlungen, die von Kürzungen bestimmt sind, 11 Millionen Euro alleine für das Konzept, Werbung und Referendum auszugeben ist frech. Es ist ein beschämender Umgang mit Hamburger Geldern.
Leon Meyer, Landessprecher der GRÜNEN JUGEND Hamburg führt weiter aus:
Die Hamburger*innen haben ein klares Zeichen gegen die Event-Politik des Senats gesetzt. Während der SPD-geführte Senat Millionenbeträge aus Steuergeldern für eine aggressive und unehrliche Marketingkampagne verpulvert hat, verfällt die soziale Infrastruktur dieser Stadt. Die SPD hat sich einmal mehr als Agentin von Bau- und Wirtschaftskonzernen inszeniert, der profitorientierte Großprojekte wichtiger sind als sozialer Wohnungsbau und echte Klimagerechtigkeit. Dass die Hamburger GRÜNEN diesen unsozialen Kurs maßgeblich mit tragen, ist ein schwerer Fehler.
Das gescheiterte Referendum ist ein klares Misstrauensvotum gegen den aktuellen Regierungskurs. Der Versuch, das Projekt durch Parteibeschlüsse ökologisch reinzuwaschen, wurde von der Bevölkerung richtigerweise als Greenwashing für ein zutiefst intransparentes und undemokratisches IOC entlarvt.
Dieses Ergebnis zeigt, dass die Hamburger*innen sich nicht von hohlen Nachhaltigkeitsversprechen blenden lassen. Die Hamburger*innen wollen keine Milliardengrab-Projekte, deren Zeche am Ende die Allgemeinheit zahlt. Wer nach schmerzhaften Wahlergebnissen mit insgesamt zweistelligen Prozentverlusten und nun einem weiteren verlorenen Referendum immer noch glaubt, einfach zur Tagesordnung zurückkehren zu können, leidet unter Realitätsverlust.
so Leon Meyer weiter.
Angesichts dieser desaströsen Fehleinschätzung des Senats fordert die GRÜNE JUGEND Hamburg personelle und inhaltliche Konsequenzen im Rathaus.
Der Senat und die Senatsparteien haben es zum wiederholten Male und auch mit riesigen Werbekampagnen nicht geschafft, für die eigene Politik eine Mehrheit zu bekommen.
Dieses Scheitern muss personelle Konsequenzen in der Regierung und den Parteispitzen nach sich ziehen, denn dieser politische Kurs, geht an den Hamburger*innen vorbei und ist einer rot-grünen Regierung nicht würdig. Mindestens Sportsenator Andy Grote sollte sich, nach diesem desaströsen Ergebnis, an seinem Vorgänger Michael Neumann ein Beispiel nehmen, Verantwortung für diese gescheiterte Politik übernehmen und zurücktreten. Wer die Interessen der Bürger*innen wiederholt falsch einschätzt, muss Verantwortung übernehmen und Platz machen für eine Politik, die echte soziale Gerechtigkeit und konsequenten Klimaschutz ins Zentrum stellt. Hamburg hat Nein gesagt zu dieser Politik!
so Carro Göbel abschließend.
Dokumentation 2: Die Grüne Jugend Hamburg im April 2026 zum Landesparteitag:
Die GRÜNEN Hamburg haben sich heute auf der Landesmitgliederversammlung für eine Hamburger Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele ausgesprochen. „Für grüne und nachhaltige Olympische und Paralympische Spiele in Hamburg“ titelt der Landesvorstand.
Wir als GRÜNe JUGEND Hamburg sind enttäuscht.
Heute, nach dem die rot-grüne Regierung schon 11 Millionen für die Bewerbung ausgegeben hat, diesen Beschluss unter Zeitdruck nachzuholen – das rückt nichts gerade. Das ist frech und wird unserem basisdemokratischen Anspruch nicht gerecht!,
sagt Carro Göbel (dey/deren), Landessprecher*in der GRÜNEN JUGEND Hamburg
„Grün und nachhaltig“ ist kein Label für Kreuzfahrtschiffe, die mit Schweröl anreisen. Nicht für ein Finanzkonzept, welches Sicherheitskosten mit null ansetzt. Nicht für ein IOC, das seine Klimaversprechen für Brisbane 2032 nach wenigen Monaten wieder einkassiert hat.
Das ist nicht nachhaltig. Das ist Greenwashing mit Hafenblick, so Göbel.
Diese Spiele werden ein Defizit in der Hamburger Kasse hinterlassen. Die Mieten werden steigen. Obdachlose werden verdrängt, damit das Stadtbild aufgehübscht wird.
Das ist keine Chance für alle — das sind Spiele für wenige, bezahlt von allen.
erklärt Carro Göbel (dey/deren), Landessprecher*in der GRÜNEN JUGEND Hamburg.
Wir sind schockiert, wie eine Partei, die sich für Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit einsetzt, eine solche Entscheidung treffen kann.
Eine feministische Partei, bindet sich nicht vertraglich an eine transfeindliche und sexistische Organisation wie das IOC!
macht Carro Göbel (dey/deren), Landessprecher*in der GRÜNEN JUGEND Hamburg, deutlich.
Wir werden diesen Beschluss nicht mittragen. Beim Referendum am 31. Mai werden wir die Hamburger*innen auffordern, das zu tun, was diese Partei heute hätte tun sollen: Nein zu sagen.





