Zukunftsrat Hamburg: Olympiabewerbung Hamburg – Wenn Information zur Steuerung wird

Zukunftsrat Hamburg: Olympiabewerbung Hamburg – Wenn Information zur Steuerung wird

Olympia-Bewerbung mit wenig sportlichen Mitteln: Der rot-grüne Senat bzw. die von ihm beauftragte ProLympia-Kampagne hat in höchst einseitiger Weise „Unterrichtsmaterial“ erstellt und die Schulen bzw. Lehrer*innen gebeten, mit diesem Propaganda-Material unter der Schüler*innen Unterrichtseinheiten zu gestalten. Über Risiken und Nebenwirkungen wird da nicht wirklich informiert. FAIR geht in jedem Fall anders. Die Bildungsgewerkschaft GEW Hamburg hatte sich bereits gegen eine Olympia-Bewerbung von Hamburg ausgesprochen. NOlympia-Hamburg hatte die Unterrichtsmaterialien schon vor ein paar Wochen massiv kritisiert. Ein massiver Verstoß gegen den „Beutelsbacher Konsens“, der regelt, dass solche Unterrichtsmaterialien ausgewogen sein und Pro und Contra abwägen sollen. Grundprinzipien demokratischer Meinungsbildung könnte man dazu auch sagen.

  • Nachtrag: Der Senat hat offenbar auf die Kritik inzwischen eingeschränkt reagiert, siehe dazu unten.

Diverse Medien haben auf diese Schieflage kritisch hingewiesen. Jetzt hat auch der Hamburger Zukunftsrat auf dieses einseitige Vorgehen im Auftrag des rot-grünen Senats in Hamburg reagiert. „Olympiabewerbung Hamburg: Wenn Information zur Steuerung wird“ heißt es in der Stellungnahme.

Update/Nachtrag: Schulbehörde schreibt allen Schulleitungen etc.: Fwd: Informationsangebot der Initiative NOlympia

Inzwischen hat die Schulbehörde auf die Kritik gegen die einseitigen Schulmaterialien reagiert. In einem Schreiben an die Schulleitungen! Darin nimmt sie jetzt Bezug auf einen anderen Vorgang. NOlympia-Hamburg hatte per Unterschriften-Aktion erreicht, dass Kritik an den Spielen in die Wahlunterlagen zum anstehenden Referendum übernommen werden muss. Darauf werden die Schulleitungen jetzt hingewiesen. An dem einseitigen Unterrichtsmaterial ändert sich dadurch jedoch im Grunde nichts, auch wenn nun zumindest eine gewisse Korrektur erfolgt. Ohne die Aktivitäten von NOlympia bliebe der Senat bei seinen einseitigen und nicht ausgewogenen Materialien.

Donnerstag, 9. April 2026 08:53
An:
Betreff: Informationsangebot der Initiative NOlympia
Verteiler: alle staatlichen und nichtstaatlichen Hamburger Stadtteilschulen und Gymnasien, Hausverteiler
Liebe Schulleitungen,
die Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele der Freien und Hansestadt Hamburg wird in einem transparenten und demokratisch legitimierten Prozess entschieden. Hierzu zählt insbesondere die Durchführung eines Bürgerschaftsreferendums, das den wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürgern die unmittelbare Entscheidung über eine Bewerbung ermöglicht.
Um den weiterführenden Hamburger Schulen die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Referendum zu ermöglichen und die politische Bildung zu unterstützen, hat das Vorprojekt Olympische und Paralympische Spiele Unterrichtsmaterialien für Hamburger Schulen entwickelt, die gezielt der demokratischen Meinungsbildung und der Stärkung von Recherche- und Urteilsfähigkeiten dienen. Diese Unterrichtsmaterialien wurden Ihnen am 5. Februar 2026 zugesandt. Die Materialien sind für die Jahrgänge 8 bis 13 konzipiert und fördern eine eigenständige, quellenbasierte Auseinandersetzung mit dem Thema. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei ausdrücklich aufgefordert, sowohl Vor- als auch Nachteile einer Hamburger Bewerbung um die Spiele zu recherchieren, kritisch zu gewichten und zu diskutieren.
Zum Zeitpunkt des Versands der Unterrichtsmaterialien hatte der Senat noch nicht formell festgestellt, dass die Unterschriftensammlung von NOlympia erfolgreich war. Eine aktive Einbindung von NOlympia in die Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien fand daher zu diesem Zeitpunkt noch nicht statt.
Nach Feststellung der erfolgreichen Unterschriftensammlung möchte ich Sie daher heute auch über das Informationsangebot der Initiative NOlympia informieren. Auf der Homepage  Hamburg hat etwas Besseres verdient: NOlympia! | NOlympia Hamburg finden Sie die Stellungnahme der Initiative sowie weitere Informationen zur Olympia-Bewerbung der Stadt Hamburg, die Ihre Lehrkräfte für die Unterrichtsgestaltung bezüglich des Referendums zu den Olympischen und Paralympischen Spielen nutzen können.
Die Unterrichtsmaterialien zielen in ihrer Breite damit auf eine umfassende Demokratiebildung ab, die Schülerinnen und Schüler befähigt, auf Basis einer informierten Abwägung eine eigene begründete Position zu entwickeln.
Ich bitte Sie, diese Information an ihre Lehrkräfte weiterzuleiten und diese zu einer Auseinandersetzung mit der Bewerbung Hamburgs für die Olympischen und Paralympischen Spiele anzuregen.
Herzliche Grüße
 
Abteilung Schulaufsicht und -beratung
Leitung

dirkseifert

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