Nein zu Olympia – Kölner BUND legt Aktionskatalog vor

Nein zu Olympia – Kölner BUND legt Aktionskatalog vor

Die Kritik an der Bewerbung zu Olympischen Spielen in Köln und Rhein-Ruhr wird lauter. Nun mischt sich – neben dem Landesverband NRW – auch der Kölner Kreisverband ein, hat sein Nein zur Bewerbung in einer Pressekonferenz gegründet und einen Aktionskatalog vorgestellt. Schon in den letzten Wochen und Monaten hatte der Landesverband des BUND NRW, aber auch z.B. Die LINKE NRW und einzelne Regionalverbände eine Bewerbung für Olympische Spiele 2036, 2040 oder 2044 entschieden abgelehnt. In Köln hat Aktivisten aus den Reihen der Linken und Grünen sich ablehnend geäußert. Neben Köln und Rhein-Ruhr  bewerben sich München, Hamburg und Berlin für die Ausrichtung. Mitte April sollen Bürgerentscheide in den betroffenen Städten stattfinden. (Auch ein Logo hat der Umweltverband vorgestellt, für dessen Nutzung aber Urheberrechtshinweise erforderlich sind.)

Zu den Kritikern beim BUND in Köln gehört auch Helmut Röscheisen, der von 1980 bis Ende 2014 Generalsekretär Deutschen Naturschutzrings (DNR), eine Art Dachverband der bundesdeutschen Umweltverbände. Siehe auch die Berichterstattung zur Olympia-Kritik hier beim WDR.

Die Presseerklärung des Kreisverbands Köln ist hier online und hier gleich unten dokumentiert. Der Aktionskatalog ist beim BUND in Köln als PDF hier zu finden. Außerdem direkt hier zum download

Hier zunächst die Kritik an der Ausrichtung Olympischer Spiele aus dem Aktionskatalog, danach dann die PM.

Pressemitteilung 15. Januar 2026

BUND Kreisgruppe Köln Tel.: 0221/724710 buero@bund-koeln.de

Aktionskatalog Kritik an Olympiabewerbung

Die Olympiabewerbung Kölns ist nicht generationengerecht!

Boden- und Flächenversiegelung in Kreuzfeld

Der erforderliche Bau des Olympiastadions und des Olympischen Dorfs als zentrale Bereiche für Olympische Spiele sollen auf einer 80 ha großen Fläche in Kreuzfeld errichtet werden, einem für Köln wichtigen Kaltluftentstehungsgebiet mit wertvollen landwirtschaftlichen Flächen und Lebensraum gefährdeter Tier- und Pflanzenarten. Dieser erhebliche Boden- und Flächenverbrauch ist mit dem in Köln ausgerufenen Klimanotstand unvereinbar und verstärkt die ohnehin dramatisch zunehmende Klimakrise. Eine stadtnahe Erzeugung und Versorgung mit Lebensmitteln wird dadurch stark eingeschränkt.

Haushaltsdefizit vergrößert sich durch Olympische Spiele

Der Kölner Stadthaushalt weist bereits für 2024 ein Defizit von 293,4 Millionen Euro aus. 2025 beträgt das Finanzloch sogar 582 Millionen Euro und auch für die folgenden Jahre bis 2029 fallen zusätzlich jedes Jahr erhebliche Millionenbeträge an Verlusten an. Die Schulden könnten bis 2029 sogar auf 10 Milliarden Euro anwachsen! Es droht die Haushaltssicherung. Zentrale Entscheidungen für die Stadt werden dann von der Kommunalaufsicht getroffen anstelle des gewählten Stadtrats. Als Notmaßnahme musste bereits eine Haushaltssperre bis Jahresende 2025 verhängt und zudem die Grundsteuer erhöht werden.

In dieser Situation ist es besonders problematisch, dass das Internationale Olympische Komitee für die Olympischen Spiele (IOC) mit dem umstrittenen Host-City-Vertrag den ausrichtenden Städten das gesamt finanzielle Risiko aufbürdet. Dies führt zwangsläufig dazu, dass die Kosten am Ende weit höher liegen als ursprünglich geplant. Der französische Rechnungshof bezifferte die Kosten für die Olympischen Spiele in Paris mit 6,6 Milliarden Euro. Im Jahre 2023 wurde noch mit Kosten in Höhe von 2,44 Milliarden Euro gerechnet.

Es kann nicht sein, dass auf der einen Seite fehlende Plätze und eine unzureichende Ausstattung von Kitas, marode Schulen, die Schließung von Schwimmbädern und die fehlende Sanierung von Brücken beklagt werden, während gleichzeitig die Durchführung Olympischer Spiele zu einer erheblichen Verschärfung der Schuldenlast der Stadt Köln führt. Die Olympiabewerbung Kölns gefährdet die Zukunft der Stadt und beeinträchtigt die Lebenschancen jüngerer Menschen.

Transparenz über Folgekosten und Umweltschäden durch Olympia herstellen

Voraussetzung einer informierten demokratischen Entscheidung bei der geplanten Bürgerbefragung am 19. April 2026 ist eine öffentliche Debatte über Folgekosten und Umweltschäden bei einer Durchführung der Olympischen Spiele in Köln. Der BUND Köln ruft dazu auf, im Internet, Gesprächen mit Bekannten und Freunden, in der Familie, am Arbeitsplatz und im Unterricht über das Für und Wider der Olympischen Spiele in Köln zu diskutieren.

Kontakt:
Helmut Röscheisen, Vorstandsmitglied, Tel.: 0160 – 97 209 108, E-Mail: bund.koeln@bund.net, Hrsg.: BUND Kreisgruppe Köln, Melchiorstr. 3, 50670 Köln, Sollten Sie kein Interesse mehr an unseren Pressemitteilungen haben, teilen Sie uns dies bitte formlos per E-Mail an buero@bund-koeln.de mit.

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BUND Köln legt NOlympia-Konzept vor

15. Januar 2026 | AK Politik und Stadtentwicklung, Planung und Stellungnahmen, Politische Arbeit

Aktionskatalog für Kritik an Olympiabewerbung

Köln. Die Kreisgruppe Köln des BUND stellte heute ihr Öffentlichkeitskonzept zur geplanten Bürgerbefragung am 19. April 2026 in Köln „Olympiabewerbung Rhein-Ruhr mit Köln als „Leading City“ der Olympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044“ vor. „Unter der Dachmarke „NOLYMPIA KÖLN“ sollen der Kölner Bevölkerung eine Orientierung an die Hand gegeben und die ökologischen, finanziellen und demokratischen Folgen einer Olympiabewerbung Kölns sichtbar gemacht werden. Dies sei Voraussetzung jeder demokratischen Entscheidung“, betonte BUND Köln Vorstandsmitglied Sabine Hammer.

Im Mittelpunkt steht ein Aktionskatalog, der sich über die sozialen Medien gezielt auch an jüngere Wähler/innen wendet. Die Kernaussagen lauten:

-die Olympiabewerbung Kölns ist nicht generationengerecht und gefährdet die Zukunft der Stadt

-der Bau des Olympiastadions und des Olympischen Dorfs zerstören das Kaltluftentstehungsgebiet in Kreuzfeld, vernichten wertvolle landwirtschaftliche Flächen und reduzieren die biologische Vielfalt

-Köln muss als bereits verschuldete Ausrichterstadt die erfahrungsgemäß im Vorfeld drastisch unterschätzten Kosten für die Durchführung der Olympischen Spiele übernehmen und damit zusätzliche Kosten in Milliardenhöhe tragen. Mittel, die zur Sanierung maroder Schulen, Schwimmbäder und bei Kindergärten fehlen

„Es gilt, Transparenz über diese Punkte im Internet, Gesprächen mit Bekannten, bei Veranstaltungen, Leserbriefen, am Arbeitsplatz und im Unterricht herzustellen. Für die Folgekosten und Umweltschäden, wie die weitere Verschärfung des Klimawandels, müssen vor allem die jüngeren Generationen aufkommen“, sagte BUND-Vorstandsmitglied Helmut Röscheisen.

Entsprechend den fünf olympischen Ringen sollen neben den Kernaussagen weitere Themenkreise in den nächsten Wochen detailliert in die öffentliche Diskussion eingebracht werden. Dachmarke, die visuelle Darstellung der Enthüllung der fünf Themenkreise in Form von „Handschellen“ können neben dem Aktionskatalog von unserer Homepage: www.bund-koeln.de heruntergeladen werden.

Um die gesamte Pressemappe zu erhalten, bitte hier anfragen.

 

dirkseifert

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