Ehrenamt und IOC – Mehr Millionärseinkommen bei der IOC Einkommens-Olympiade

Wer Olympische Spiele will und sich dafür bewirbt, kommt nicht um das Internationale Olympische Komitee herum. Ein relativ elitärer Club mit Sitz in der Schweiz. Trotz der Milliarden-Gewinne, ist das IOC ein gemeinnütziger Verein und zahlt seinen Funktionären jährlich Millionen-Beträge. NOlympia-Hamburg hat sich die Beträge, Gehälter und Gewinne man angesehen und dazu eine PM veröffentlicht, die FAIRspielen.de hier dokumentiert:
- Siehe auch: Wer will Olympische Spiele 2036 und 2040 – Interessen, Bewerbungen und internationale Perspektiven
Mehr Millionärseinkommen bei der IOC Einkommens-Olympiade
Gehaltsentwicklung in der ersten Klasse der Ehrenamtlichen
Das Internationale Olympische Komitee ist ein Verein nach Schweizer Privatrecht. Es besteht aus 112 Mitgliedern. Mitglied wird, wer vom IOC ernannt wird1. Es erklärt seine Tätigkeit als Ehrenamt2. Jedes Jahr muss das IOC die Gehälter eines Teils seiner Mitglieder der Amerikanischen Steuerbehörde (IRS) offenlegen, was die NGO Propublica am 22.12. veröffentlichte3. In der letzten Olympiade von 2020 bis 2024 erweiterte sich der Kreis, der zu veröffentlichenden auf 23.
Der Kreis der Einkommenmillionäre wuchs von 1 auf knapp 4 und die Gehälter stiegen jährlich um 7.4%. Der bestbezahlteste Ehrenamtliche ist nach wie vor Christophe de Kepper, Director General, mit gut $1.6 Millionen pro Jahr. Das Gehalt von Sports Director Kit McConnell verdoppelte sich nahezu auf $1.2 Millionen und war damit am dynamischsten. Im Durchschnitt stieg das Einkommen von $517 Tausend auf $684 Tausend. Alle Mitglieder haben Anspruch auf Reisen in der First Class4. Für Reisen, Hotels und Wohnzuschüsse standen zusätzlich pro IOC Mitglied $123 tsd zur Verfügung5.
Das IOC differenziert ein Ehrenamt zweiter Klasse. Zu dieser Klasse gehörten bei den Spielen von Paris 2024 41.189 Personen6. Diese Ehrenamtlichen müssen sich für mindestens 10 Tage verpflichten bis zu 10 Std/Tag in einer oder mehreren Schichten zu arbeiten und dürfen keinerlei Geld dafür annehmen7. Übernachtungskosten und Anreise sind selbst zu zahlen. Verpflegung wird nur bei der Arbeit gestellt8. Bezahlt wird olympisches Ehrenamt mit der Möglichkeit “empowered, skilled, and connected individuals” zu werden9.
Ehrenamtliche Tätigkeit ist in Deutschland im wesentlichen unentgeltlich. Ab 2026 wird die Tätigkeit bis zu einer steuerfreien Ehrenamtspauschale von €960 pro Jahr auch steuerlich honoriert. Bei Übungsleitern gilt ein steuerfreier Betrag von €3.000 pro Jahr.
Ein Verein gilt nicht mehr als gemeinnützig, wenn sein wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb mehr als €45.000 pro Jahr erwirtschaftet10. Darüber hinaus wird er Körperschafts- bzw. Gewerbesteuerpflichtig.
NOlympia Hamburg Sprecher Eckart Maudrich meint dazu:
„Paris 2024 erzielte €4,3 Milliarden Einnahmen. Aus deutscher Perspektive ist es damit eindeutig nicht gemeinnützig. Seit der finalen Abschaffung des Amateurparagraphen 1990 ist der Verein IOC ist ein Profisportverantalter, der seinen First Class fliegenden Berufsehrenamtlichen inzwischen Millionengehälter ausschüttet – wie ein Konzern. Hochbezahlte Funktionäre als Ehrenamtliche zu bezeichen ist mit der Idee und den Regeln des Ehrenamts im Sport in Deutschland nicht vereinbar; ein Schlag ins Gesicht für jeden Ehrenamtlichen in Deutschland, der mit Idealismus beim Sport Gutes tut. Die Spiele wollen sich nach wie vor nicht den Ausrichtern bzw. der Stadt anpassen, denn die Steuerfreiheit der IOC Einnahmen müsste Hamburg bzw. Deutschland garantieren1. Hamburg hat Sportveranstaltungen verdient, die bei der Finanzierung Fairplay und bei Steuern Teamgeist groß schreiben.”
Quellen:
1 Olympic Charter Rule 16 Nr. 1.2, 19
2 IOC- Annual Report 2024, S241
3 Propublica.org. IOC, Form 990, Part VII, 22.12.2025
4 siehe Fußnote 3, Anhang J
5 siehe Fußnote 2, S239 Transport, Travel and residence expenses & Session, Exec Board expenses
6 Official Report Paris 2024, S220
7 Volunteer’s Charter of the Olympic and Paralympic Games
8 siehe Fußnote 5.
10 AO §67a I





