Olympia-Bewerbung Hamburgs: Der Milliardär und Namensgeber einer gemeinnützigen Stiftung spendet

Olympia-Bewerbung Hamburgs: Der Milliardär und Namensgeber einer gemeinnützigen Stiftung spendet

Es ist nicht nur eine Sache des Timings: Da kommt ein Milliardär, der auch in Hamburg viele Geschäfte macht und dabei oft auch im Auftrag der Stadt bzw. des Senats. Und natürlich hat so einer auch eine gemeinnützige Stiftung zur Hand. Das Olympia-Bewerbungs-Referendum der Hansestadt steht am 31. Mai an und da passt es gut ins Konzept: Mit großem Tam-Tam wird von der Alexander-Otto-Sportstiftung steuerlich als gemeinnützig betrachtetes Geld bereitgestellt, um den rot-grünen Senat bei der Überzeugungsarbeit für ein Ja beim Referendum zur Olympia-Bewerbung zu unterstützten. 0,001 Milliarden Euro. So geht das mit den Deals. NOlympia-Hamburg reagiert auf die heutige Ankündigung von 104 Projekten für 104 Stadtteile mit einer scharfen Kritik an eine Stiftung, deren Namensgeber gute Geschäfte macht.

Thema Spenden: Die Aktivitäten von NOlymppia-Hamburg genießen bei Kaufleuten und Wirtschaftsunternehmen nicht so hohe Aufmerksamkeit grad. Dabei könnte man sagen: Das hilft doch der Demokratie, dem friedlichen und pluralen Meinungsstreit, aus dem dann – das bessere Argument möge gewinnen – eine gute und gemeinwohlorientierte Entscheidung resultiert. Wie komme ich grad auf sowas? Hier das Spendenkonto und die notwendigen Hinweise.

FAIRspielen dokumentiert: PM NOlympia-Hamburg.de

Der Milliardär, die Liebe zum Sport und zu den Stadtteilen

Der Multimilliardär, Vorstandsvorsitzende der ECE und Namensgeber der Alexander Otto Sportstiftung stiftet heute 104 Projekten aus 104 Stadtteilen 0.001 Milliarden Euro. Seit 2006 wurden projektbezogene Stiftungsgelder im Wert von gut 14 Millionen Euro vergeben sowie zwei Großprojekte im Gesamtwert von zusammen 23 Millionen Euro. Die größte vereinsbezogene Einzelspende, im Wert von 15 Millionen Euro und in Gestalt der Volksbankarena  ging schlussendlich an den HSV. Die ECE war für deren Planung und Bau beauftragt worden. Bei der Modernisierung des Tennisstadions Rotherbaum wurden 8 Millionen Euro gestiftet. Auch hier war die ECE mit Design und Projektsteuerung beauftragt.

Die ECE Marketplaces vermietet u.a. Büroflächen. Das 20 köpfige Olympiabewerbungsteam ist für den Bewerbungszeitraum Mieter seiner Büroflächen in der Europapassage für geschätzt
gut 100.000 Euro.

Im Falle einer erfolgreichen Olympiabewerbung würde die Stadt Hamburg Teil des Organisationskomitees für die Olympischen Spiele (OCOG) werden. Als solche vergäbe sie Aufträge. Über sieben Jahre dynamischen Organisationswachstums beschäftigte das OCOG Paris 2024 4.203 Mitarbeiter mit entsprechendem Büroflächenbedarf. Bezogen auf die 2040er Spiele ein Umsatzvermietungspotenzial von geschätzt 45 Millionen Euro – auch für die ECE Marketplaces.

Laut der Olympiabewerbung der Stadt soll in der Grusonstraße ein International Broadcasting Center entstehen, mit Fernsehstudios und in einer Größenordnung von 50.000qm. Die ECE hat mit dem Studio Hamburg und Berlin Adlershof an vergleichbaren Projekten gearbeitet. Für die ECE Work & Live entstünde ein weiteres Umsatzpotenzial von geschätzt 20 Millionen Euro.

Dazu Eckart Maudrich, Pressesprecher von NOlympia:“Auf der ECE Website heißt es, dass man als Partner der Kunden stets wie ein Investor handle und vielfach auch persönlich beteiligt sei. Ist es denkbar, dass die Millionenspende vielleicht ganz zufällig auch wirtschaftlichen Interessen nutzen könnte? In Punkto Wertschätzung liegt jedenfalls der HSV mit  mehr als dem 15-fachen der Stiftungssume klar vor Olympia. Wer von Olympia nicht profitiert sind die Menschen der Stadt, die über kein Immobilieneigentum verfügen – wie die Mieter*innen der 770.000 Mietwohnungen in Hamburg, die sich laut Studien auf Mietpreissteigerungen infolge der Olympiabewerbung einstellen müssen.”

Für Rückfragen:
Kontakt: Clara Ihring und Eckart Maudrich, Pressesprecher NOlympia-Hamburg
E-Mail: presse@nolympia-hamburg.de
Weitere Informationen finden Sie auf: www.nolympia-hamburg.de und fairspielen.de

dirkseifert

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