Die Hamburger*innen sind offenbar nicht von der geplanten Bewerbung für Olympische Spiele überzeugt: „Eine Mehrheit der befragten Hamburgerinnen und Hamburger steht einer Olympia-Bewerbung der Hansestadt skeptisch gegenüber. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von infratest dimap im Auftrag des NDR.“ Fast fünf Milliarden Euro will der Senat für die Olympischen Spiele ausgeben. Hohe Kostenfaktoren für den erforderlichen Neubau z.B. eines Olympia-Stadions oder die Sicherheit während der Spiele sind vom Senat in seinen bisherigen „Konzepten“ noch nicht mal eingepreist. FAIRspielen dokumentiert die Reaktionen von NOlympia-Hamburg und von den Linken. Am 31. Mai stimmen die Hamburger*innen im Rahmen eines Referendums über die Olympia-Bewerbung für 2036, 2040 und 2044 ab. Im Jahr 2015 scheitere ein solches Referendum zu letzt, als eine Mehrheit gegen einen Olympia-Bewerbung stimmte.
Kalte Schulter für die Olympischen Spiele von den Hamburger*innen: Nach einer vom NDR in Auftrag gegebenen Umfrage sehen 50 Prozent eine Olympia-Bewerbung kritisch, nur 41 Prozent zeigen Interesse. Die Linke legt in der Sonntagsfrage weiter zu, kommt auf 12 Prozent.
Dazu Heike Sudmann, Co-Fraktionsvorsitzende der Linken in der Bürgerschaft: „Die Hamburger*innen lassen sich auch durch schöne Bilder und Animationen nicht vom Grundproblem ablenken. Diese Zahlen zeigen: Die Hamburger*innen haben ganz andere Sorgen, der Senat hat sich bei Olympia verrannt und will zig Milliarden Euro verpulvern – Geld, das viel besser und nachhaltiger für alle Hamburger*innen eingesetzt werden kann. Wir wollen den Hamburger*innen in den kommenden Wochen bis zum Referendum zeigen, wie man besser mit all diesem Geld umgehen kann und muss. Die Linke ist die einzige Partei, die die Olympische Spiele mit dem korrupten IOC an der Spitze ganz klar ablehnt.“
Dazu Thomas Iwan, Co-Landessprecher der Hamburger Linken: „Für Hamburgs Linke geht es nach unserem Rekordergebnis bei der Bürgerschaftswahl nochmal rauf: Wir sehen, dass unsere Politik bei den Hamburger*innen ankommt. Ob bei dieser unseligen Olympia-Bewerbung, dem ungebremsten Mietenwahnsinn, der Sozialpolitik, die in den kalten Monaten auf Hamburgs Straßen zu Toten geführt hat oder den Zuständen in Pflege und Gesundheit, die sich durch die Schließung des Krankenhauses Groß Sand weiter verschärft: Die Wähler*innen wissen, dass sie uns an ihrer Seite haben. Bitter ist allerdings, dass auch die AfD zulegt und offenbar auch in unserer Stadt Rechtsextremist*innen in manchen Milieus Fuß fassen können.“
Laut einer Umfrage im Auftrag des NDR steht Mehrheit der Hamburger*innen den Olympiaplänen des Senats kritisch gegenüber: 50 Prozent geben an, dass sie eine Hamburger Olympiabewerbung eher schlecht fänden, 41 Prozent fänden sie eher gut.
Dazu Eckart Maudrich, Pressesprecher von NOlympia-Hamburg: “ Mit dem kürzlich vorgelegten Finanzkonzept des Senats täuscht der Senat die Öffentlichkeit über die wirklich anstehende Finanzierungslast – unter anderem werden die Kosten für Sicherheit, Stadion und CO2 in Höhe von drei Milliarden Euro einfach weggelassen. Die Hamburger*innen haben verstanden, dass der Senat kein Interesse an finanzieller Transparenz hat und sie veräppeln will. Seine millionenschwere, rein auf Emotionen setzende Kampagne ist vor diesem Hintergrund für die Hamburger durchschaubar. Dass er diese Kampagne auch in Kiel platziert, um die dortige Abstimmung zu beeinflussen, verstört auch den letzten, der das demokratische Ideal hochhalten will.”