Umweltverband BIG Fluglärm: Olympische Spiele erhöhen Klimarisiken und Verkehr – BUND: „Olympische Spiele können nicht klimaneutral sein“

BIG, der Dachverband der Bürgerinitiativen und Vereine für Fluglärm-, Klima- und Umweltschutz e.V. (BIG-Fluglärm Hamburg) sich aus Anlass eines Fachdialogs zur den möglichen Auswirkungen Olympischer Spiele in Hamburg Stellung genommen. Hamburg hat sich neben München, Berlin und NRW-Rhein-Ruhr für die Durchführung Olympischer Spiele zwischen 2036 und 2044 beim DOSB beworben. Ende Mai 2026 soll dazu ein Referendum stattfinden, ob die Hamburger*innen sich als Ausrichter beim IOC bewerben wollen – oder besser nicht. Vor wenigen Wochen hat ein verbindlicher Volksentscheid dem Senat höhere Anforderungen für den dringend notwendigen Klimaschutz ins Stammbuch geschrieben. Klima, Emissionen, Lärm: Das wären neben sozialen und finanziellen Folgen für die öffentlichen Haushalte die Folgen solcher Spiele. Green Games seien unmöglich. Auch der BUND Hamburg warnt im Hamburger Abendblatt (27.11.2025): „Olympische Spiele können nicht klimaneutral sein“, so die Hamburger Vorsitzende Sabine Sommer. Der BUND Hamburg wird am Freitag eine Aktion aus Anlass des zehnten Jahrestages des aus Sicht des rot-grün gescheiterten Referendums durchführen. Hamburg wollte sich damals zu den Spielen für 2025 bewerben. Am 29. November 2015 lehnte eine Mehrheit der Hamburger*innen das ab.
- Über das Ergebnis des Referendums im November 2015 hatte FAIRspielen.de berichtet: Unglaublich – aber gewonnen! Olympia in Hamburg am Ende – Eliten unter Schock
- Aktuell: Nervöse Polit-Funktionäre: Niedrige Zustimmung für Olympia in Hamburg
- Der BUND Hamburg informiert hier über die Risiken und Nebenwirkungen Olympischer Spiele. Hier als Dokumentation die PM der BIG Fluglärm:
BIG Fluglärm Hamburg zum heutigen Fachdialog„Klima, Nachhaltigkeit & Mobilität“: Olympia erhöht Flugverkehr und Emissionen – Nachhaltigkeitsversprechen bleiben ungedeckt
Hamburg, 26. November 2025 – Anlässlich des heutigen Fachdialogs „Klima, Nachhaltigkeit & Mobilität: Olympische & Paralympische Spiele in Hamburg“ warnt der Umweltverband BIG Fluglärm in Hamburg vor massiven zusätzlichen Belastungen durch Flugverkehr und Emissionen im Zuge einer möglichen Olympiabewerbung. Die geplanten „Green Games“ blenden zentrale Konfliktfelder aus – allen voran den Luftverkehr als größten Treiber klimarelevanter und gesundheitsschädlicher Belastungen.
Der Vorsitzende des Umweltverbands BIG Fluglärm, Martin Mosel, erklärte dazu: „Wer von nachhaltigen Spielen spricht, darf den Luftverkehr nicht ausklammern. Die UEFA EURO 2024 hat eindrucksvoll gezeigt, wie weit grüne Versprechen von der Realität entfernt sein können. Laut Dekra-Nachhaltigkeitsbericht verursachten allein die zusätzlichen EM-Flugbewegungen in Hamburg fast 41.000 Tonnen CO₂-Äquivalente – nahezu so viel wie der gesamte Inlandsflugverkehr des Jahres 2023 am Hamburger Flughafen. Olympische und Paralympische Spiele würden diese Belastung noch deutlich steigern.“
Flugverkehr bleibt der blinde Fleck der Bewerbung
Internationale Gästeströme, VIP-Reisen, Logistikflüge und Sponsor:innenverkehr erzeugen hohe Verkehrsspitzen – und treffen in Hamburg auf eine Bevölkerung, die bereits heute überdurchschnittlich unter Fluglärm und seinen gesundheitlichen Folgen leidet. Während die Bewerbung auf klimafreundliche Inszenierung setzt, bleibt der zentrale Emissionsblock ungelöst.
„Nachhaltigkeit entsteht nicht durch ein zweiwöchiges Großevent, sondern durch konsequente Reduktion klimaschädlicher Mobilität. Solange die Bewerbung keine belastbaren Maßnahmen präsentiert, wie zusätzlicher Flugverkehr verhindert werden soll, bleibt der Begriff ‚Green Games‘ ein Etikett ohne Substanz“, so Mosel weiter.
Olympia riskiert die Klimaziele der Stadt
Hamburg hat mit dem Zukunftsentscheid ein demokratisch legitimiertes Mandat: Klimaneutralität bis 2040. Ein Mega-Event mit zusätzlichem Luftverkehr widerspricht diesem Ziel fundamental. Die Bewerbung trägt bislang nicht zur Lösung bei – sie verstärkt die Risiken.
Gesundheitsschutz muss Vorrang haben
Die BIG erinnert daran, dass Fluglärm und Luftschadstoffe nachweislich Stress, Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere gesundheitliche Belastungen verursachen. Zusätzliche Flüge im Rahmen von Olympia würden diese Risiken unmittelbar erhöhen.
BIG fordert transparente Analyse und realistische Bewertung
Der Umweltverband fordert eine vollständige, öffentlich zugängliche Emissions- und Verkehrsbilanz der Olympiabewerbung – inklusive internationaler Flugbewegungen, Logistikflüge und VIP-Verkehr. Erst auf dieser Basis kann die Stadt eine verantwortliche Entscheidung treffen.
„Hamburg braucht ehrliche Antworten: Wie will die Bewerbung sicherstellen, dass die Spiele keinen zusätzlichen Flugverkehr erzeugen? Und wer trägt die Verantwortung für die gesundheitlichen Folgen, wenn es doch dazu kommt?“, fragt Mosel.
Die BIG Fluglärm Hamburg warnt: Ohne ein klares Konzept zur Begrenzung des Flugverkehrs sind „Green Games“ nicht glaubwürdig. Klimaschutz, Gesundheit und Belastungsreduktion müssen Vorrang vor Marketing und Eventlogik haben.
Kontakt und Rückfragen steht Ihnen Martin Mosel vom Umweltverband BIG-Fluglärm in Hamburg, 0151/50893239 – presse@big-fluglaerm.de – www.big-fluglaerm.de gerne zur Verfügung





