Nordseegipfel und Bewegungseinschränkungen: NOlympia-Hamburg spricht von Vorgeschmack

Nordseegipfel und Bewegungseinschränkungen: NOlympia-Hamburg spricht von Vorgeschmack

Aus Anlass des Nordseegipfels mit der Teilnahme zahlreicher Regierungsvertreter aus den Anrainer-Staaten gelten in der Hamburger Innenstadt höchste Sicherheitsanforderungen. Es gibt Absperrungen, Busse werden umgeleitet. Massive Bewegungseinschränkungen sind die Folge. Die Aktiven von NOlympia-Hamburg nehmen diese umfangreichen Maßnahmen zum Anlass, um auf die möglichen Einschränkungen für die Bürger*innen und massiven Sicherheitsmaßnahmen im Falle Olympischer Spiele in Hamburg hinzuweisen. FAIRspielen.de dokumentiert im Folgenden die Pressemitteilung von NOlympia-Hamburg.de

Bewegungseinschränkungen: Olympia 30x so groß und lang wie Nordseegipfel

Am 26.01. findet der Nordseegipfel im Hamburger Rathaus und der Handelskammer statt. Infolgedessen wird eine Sicherheitszone von je 200 Meter vom Rathaus bis zur Alster und von der Handelskammer bis zum Rödingsmarkt eingerichtet, die zwei Stadtteile an einem Tag in ihrer Bewegungsfreiheit zu Fuß, mit dem Auto, dem ÖPNV sowie dem Anliefer- und Abtransportverkehr einschränken wird.  Ob dies ein leichter Vorgeschmack für das Sicherheitskonzept der Olympiabewerbung sein könnte, bleibt unklar, denn der Senat hat bei seinen sogenannten Beteiligungsveranstaltungen und auf der Active City Website dazu nichts veröffentlicht. Bei den Spielen von Paris 2024 gab es in der schwarzen Sicherheitszone, die den Zugangsbereich zu Wettkampfstätten wie zum Beispiel dem Eiffelturm oder dem Grand Palais umgaben, Sicherheitszonen von gut 250 Meter – vergleichbar mit dem Nordseegipfel. Allerdings galt die Zufahrt ausschließlich akkreditierten Fahrzeugen sowie Fußgängern mit für die aktuelle Veranstaltung gültiger Eintrittskarte und Einsatzfahrzeugen.

In der roten Sicherheitszone, die die schwarze umgab, und die ein Ausmaß von ca. 900 Meter erreichte, wurde der Verkehr von motorisierten Fahrzeugen verboten; ausgenommen Personen mit Ausnahmegenehmigung.

Das Pariser Sicherheitskonzept angewendet auf das Wettkampfstättenkonzept der Hamburger Olympiabewerbung führt dazu, dass in 25 Stadtteilen schwarze Zonen liegen und in weiteren 37 Stadtteilen rote.  Mit 62 Stadtteilen wären also mehr als 30-mal so viele Stadtteile von Bewegungsbeeinträchtigungen betroffen wie beim Nordseegipfel – bei gleichzeitig höherer Eingriffsintensität und einer Dauer von 30 Tagen (19+11). In Paris hat das zu einem Rückgang des Tourismus um -1.7% und zu Umsatzeinbußen von -16% bei den Kulturbetrieben geführt. Bei einem Einsatz von 75.000 Sicherheitskräften, was mehr als dem doppelten des G20 Einsatzes in Hamburg entspricht, lagen die Einmalkosten für den Sicherheitsapparat bei 1.4 Milliarden Euro. Zusätzlich wurde in Ausrüstung im Wert von 0.3 Milliarden Euro investiert.

Dazu Eckart Maudrich, Pressesprecher von NOlympia: “Nach Maßgabe des Pariser Sicherheitskonzeptes und dem Wettkampfstättenkonzept der Hamburger Olympiabewerbung, werden 62 Stadtteile mit massiven Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit rechnen müssen, was etwas mehr als dem 30-fachen der Zeitdauer und der Anzahl der betroffenen Stadtteile beim Nordseegipfel entspricht. Bei über 1 Millionen Überprüfungen dürfte man sich auch auf eine höhere Eingriffsintensität einstellen. Dass die öffentliche Hand auf 1.4 Milliarden Euro Einwegkosten sowie 0.3 Milliarden Ausrüstungsinvestitionen sitzen blieb wurde in den sog. Beteiligungsveranstaltungen verschwiegen. Wer in Hamburg Konzerte, Musicals, Theater und Museen betreibt, der sollte sich neben den emotionalen Sportbildern auch die -16% Umsatzeinbußen vor Augen führen.”

Für Rückfragen:
Kontakt: Clara Ihring und Eckart Maudrich, Pressesprecher NOlympia-Hamburg
E-Mail: presse@nolympia-hamburg.de
Weitere Informationen finden Sie auf: www.nolympia-hamburg.de und fairspielen.de

dirkseifert

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