Verdi Hamburg: Statt Olympia für ein soziales Hamburg

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Verdi Hamburg: Sozial statt Olympia.

Hallo DOSB, aufgepasst: Auf ihrer Landesbezirks-Versammlung am 28. Februar hat Verdi Hamburg nicht nur ihren Bezirksleiter im Amt bestätigt, sondern sich außerdem gegen die Olympische-Bewerbung von Hamburg ausgesprochen.  Bereits im letzten Jahr hatten einzelne Gliederungen der Dienstleistungs-Gewerkschaft sich vor allem mit Blick auf soziale Fragen gegen das Olympia-Abenteuer der Hansestadt ausgesprochen. Jetzt liegt ein Beschluss auf Landesebene vor. Vor wenigen Wochen hatte sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft gegenüber einer Olympia-Bewerbung kritisch geäußert.

Leider ist weder auf der Verdi-Homepage noch in der Medienberichterstattung über die Landesbezirkskonferenz etwas über den NOlympia-Beschluss von Verdi nachzulesen. Daher müssen wir uns auf „gut unterrichtete Kreise“ berufen, wenn wir hier über diesen Beschluss informieren.

UPDATE: 5-03-2015-18.30:

1. Hamburg1 bringt die Meldung jetzt „exklusiv“ – ohne Nennung der Quelle. Aber wir sind hier ja tolerant und freuen uns, wenn wir helfen können, immer gern! Der Sender berichtet hier.

2. Die Landesbezirkskonferenz ist das oberste beschlussfassende Organ von Verdi Hamburg. Daher wählt ja dieses Gremmium auch den Vorsitzenden. Im Beschlussantrag heißt es: „ver.di Hamburg spricht sich gegen die Ausrichtung von Olympia in Hamburg 2024, 2028 oder später aus, solange die dauerhafte Finanzierung sozialer Infragstruktur und öffentlicher Dienstleistungen durch Olympia gefährdet ist.“

3. Interessant ist: Der erwähnte Exklusiv-Sender berichtet: „Gegenüber Hamburg 1 erklärte ver.di lediglich, es gäbe zum Thema Olympia nach wie vor eine offene Diskussion und unterschiedliche Meinungen und Positionen.“ Ach so. Und ich dachte, so Beschlüsse sind irgendwie Beschlüsse, die irgendwas dann auch mal so festlegen, z.B. eine Position. Aber vielleicht täusche ich mich da auch?! Update Ende

Maßgeblich bei Verdi sind natürlich vor allem soziale Belange. In einem Papier zur Landesbezirkskonferenz ist zu lesen: „Doch Olympia hat Auswirkung auf alle Bereiche der Stadt. Der geplante Neubau von Sportstätten, Wohnanlagen, Straßen, U-Bahnverbindungen etc. verändert das Gesicht der Stadt. Veränderungsprozesse bringen nicht nur GewinnerInnen mit sich, sondern auch VerliererInnen, die z.B. durch Aufschickung und  Mietenexplosion aus ihren Wohnquartieren verdrängt werden. Ein besonders großes Risiko liegt in der finanziellen Belastung der Stadt Hamburg.“

Für Verdi sind die Olymia-Kosten angesichts einer Schuldenbremse  mit Blick auf sozialen Aufgaben der Stadt eine Warnung, wer am Ende Verlieren sein wird: „Folglich werden öffentliche Mittel zur Finanzierung notwendig.  Doch schon heute – ohne Olympia – ist die Haushaltspolitik des Senats unverantwortlich: Kürzungen im sozialen Bereich,  Schließungen von Einrichtungen, Abbau öffentlicher Dienstleistungen und des Personals sind nur einige wenige Beispiele. Die 50 Mio. Euro, die Hamburg alleine für die Bewerbung als Austragungsort ausgibt und die wesentlich höheren Kosten Hamburgs für und nach Olympia lassen uns zu dem Schluss kommen: dabei sein ist nicht immer alles. Statt Olympia zu  finanzieren wollen wir ein sozialeres Hamburg!“

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