Olympia um jeden Preis – Senat fordert Blanko-Check bei der Volksabstimmung

Geldautomat-Olympia-HamburgWie blöd ist das denn? Das geplante Referendum der Olympia-Befragung, zu dem selbst nach Aussagen des Senats bis November 2015 nur wenig belastbare Daten vorliegen werden, soll nun mit der schlichten Ja/Nein-Frage „Ich bin dafür, dass sich der Deutsche Olympische Sportbund mit der Freien und Hansestadt Hamburg um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2024 bewirbt“ auf den Weg gebracht werden. Dabei ist klar: Die Kosten werden erst im Laufe der weiteren Planungen und mit der Entscheidung des IOC im Sommer 2017 klarer werden. Aus der Elbphilharmonie nichts gelernt, will der Senat von den HamburgerInnen gegen jede Vernunft einen Freifahrtsschein bzw. Blanko-Scheck – koste es was es wolle!

Es ist unglaublich, wie der Senat – und mit ihnen nun auch die Grünen – jede Erfahrung mit Großprojekten und vor allem Olympischen Spielen schlicht und einfach ignoriert.

Und zu diesem absurden Beschluss des Senat dann noch dies Statement: „Wir haben uns sehr bewusst für eine völlig neutrale Fragestellung entschieden“, sagte Staatsrat Christoph Krupp. Die Kosten des Referendums bezifferte Sportsenator Michael Neumann (SPD) a auf rund 4,8 Millionen Euro. Zuvor muß die Hamburgische Bürgerschaft dem Antrag des Senats mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit zustimmen. Das soll im Juni oder Juli geschehen.

2 Gedanken zu „Olympia um jeden Preis – Senat fordert Blanko-Check bei der Volksabstimmung

  1. Pingback: NOlympia-Presseschau für Juni 2015 » Nolympia

  2. Da bringt man Studierenden in den Einführungskursen zu sozialwissenschaftlicher Methodik bei, dass tendenziöse Fragestellungen unbedingt zu vermeiden sind und die Stadt hat bei ihrer angeblich ergebnissoffenen Befragung schon gleich die positive Antworttendenz in der Formulierung der Fragestellung eingebaut.
    Damit wird wieder einmal sichtbar, was es seitens der politischen EntscheidungsträgerInnen in Hamburg mit der Ernsthaftigkeit von Beteiligungsverfahren auf sich hat.
    In ihrem seit über 40 Jahren immer noch vielzitierten Artikel hat Sherry Arnstein (1969) „Manipulation“ als die niedrigste Stufe unechter Partizipation klassifiziert. Dies erscheint jedoch das vorherrschende Beteiligungsverständnis des olympiabegeisterten Senats zu sein. Bedauerlich (wenn auch nicht unüblich), dass im Zuge von Megaevents BürgerInnen mit solchen manipulativen Verfahren zur Zustimmung gebracht werden sollen.

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