Olympia in Hamburg? „Aufwertung von Flächen ist dabei immer ambivalent, denn sie löst immer auch Verdrängungsprozesse aus“

hwwi-olym-hhWer sich alles mit der Olympia-Bewerbung von Hamburg befasst… Z.B. auch (schon wieder) das Hamburger WeltWirtschaftsInstitut (HWWI). Da findet man ganz oft das Wort „Chance“, aber auch so einen Satz: „Aufwertung von Flächen ist dabei immer ambivalent, denn sie löst immer auch Verdrängungsprozesse aus“. Oder: „So gilt Barcelona 1992 als Paradebeispiel für eine Stadt, die mit Olympischen Spielen einen enormen Schub bekommen hat, wenngleich hierfür auch andere Faktoren eine maßgebliche Rolle gespielt haben. Vier Jahre später hat Atlanta 1996 gezeigt, dass Olympische Spiele keine Garantie für eine erfolgreiche internationale Positionierung einer Stadt sind.“

Alles um diese Sätze drumherum ist hier zu finden (PDF): „OLYMPISCHE SPIELE IN HAMBURG? DIE WICHTIGSTEN FAKTEN UND ARGUMENTE IM ÜBERBLICK, 13. Februar 2015″, (oder hier als Kopie bei uns)

Natürlich wäre es nun gut, diese Stellungnahme nicht nur vorzustellen, sondern sich auch mit ihr auseinanderzusetzen. Leider fehlen uns Ehrenamts-BlogerInnen dazu die Ressourcen. Aber vielleicht gibt es ja Menschen in dieser Stadt, die das übernehmen? Wir sind per Mail erreichbar: kontakt(at)nolympia-hamburg.de! Danke.

Ein Gedanke zu „Olympia in Hamburg? „Aufwertung von Flächen ist dabei immer ambivalent, denn sie löst immer auch Verdrängungsprozesse aus“

  1. Was beim ersten Querlesen auffällt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne weitere Recherche:

    * Die paralympischen Spiele werden nur im letzten Absatz erwähnt, sonst fallen sie unter den Tisch
    * Viele Fremdworte machen noch kein Argument, das sieht eher wie Absicht aus, um die fehlenden Inhalte zu kaschieren. Das müsste man aber genauer analysieren.
    * Zitat: „Der Großteil der Finanzierungskosten soll von privaten Investoren gestemmt werden“ – genaus haben wir bei der Elbphilharmonie auch gesagt bekommen. Während aber die Kosten explodiert sind, haben sich die privaten Investoren zurück gehalten und haben nicht mal den ursprünglich geplanten, ohnehin viel zu niedrigen Beitrag geleistet. Aber das wird jetzt natürlich ganz anders, wie heißt es im Papier so schön: „Gewissheit kann es dafür nicht geben, hier braucht es nun Vertrauen.“
    * Relativ klar wird gesagt, es wird Gewinner und Verlierer geben. Weniger klar wird aus dem Papier, wer das sein wird. (Soziale Aspekt scheinen aber keine Rolle zu spielen.)
    * Kosten für den Sicherheitsfirlefanz fehlen komplett in der Berechnung
    * „Die für Hamburg zwar berechtigte, aber keinesfalls zwingende Hoffnung, dass die Ausrichtung Olympischer
    Spiele einen langfristig positiven Wachstumseffekt haben wird“, ist mir ein bisschen dünn um Milliardenbeträge darauf zu setzen. (An anderen Stellen wird der „positive Effekt“ aber häufiger behauptet und auch nicht relativiert.)
    * Ich bin ein alter Sack, aber kennt jemand junge, hochqualifizierte Leute die in den letzten Jahren deshalb in eine Stadt gegangen sind, weil dort die Olympischen Spiele stattfanden? In dem Papier wird ein solcher Effekt behauptet und als Massnahme gegen die Überalterung der Gesellschaft verkauft …
    * Zum Pro-Argument „Ausbau der Sportstätten für die Allgemeinheit“ gab es hier im Blog schon einen Hinweis auf die Lage des Breitensports in St. Pauli und warum die Aktiven dort, den Nutzen von Olympia für ihre Bedürfnisse nicht erkennen können.
    * Ob das Olympiakonzept und eine wünschenswerte Stadtentwicklung tatsächlich Hand in Hand gehen bleibt zweifelhaft, außer liegt hier die Gefahr eines immensen Schönrechnens der Kosten.
    * Weichem/intangiblem Nutzen stehen harte/tangible Kosten gegenüber – mit einem solchen Geschäftskonzept kriege ich bei der Bank keinen Kredit.

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