Olympia Hamburg und die Alsterschwäne – Wohin will die Stadt?

Andreas Trepte, www.photo-natur.de

Hamburg und Olympia: Mehr als nur Alsterschwäne? Foto: Andreas Trepte, www.photo-natur.de, wikipedia.

Eigentlich nur am Rande ist die Olympia-Bewerbung eine Sache des Sports. Gefeiert wurde der Bewerbungs-Erfolg gestern nicht im Haus des Sports, sondern in der Handelskammer. Es geht vor allem darum, Hamburg umzubauen. Das wird dann mit dem „Sprung über die Elbe“ beschrieben. Aber was steckt genau dahinter? In der Welt war neulich zu lesen: „Unter dem Etikett ,bescheiden’ verbirgt sich nämlich ein Jahrhundertumbau von Deutschlands größter Hafenstadt.Wohin will Hamburg? Oder genauer gefragt: Wer will warum was für Hamburg und wem nützt das? Und was hat das mit den Alsterschwänen auf sich, die gestern endlich wieder auf die Alster entlassen wurden? 

„Wollen wir nicht mehr als Altsterschwäne?“ Diese ansich alberne Frage stellte Ole von Beust, ehemaliger CDU-Bürgermeister, im April 2014 mit dem Start der Hamburg-Ausgabe der Zeit. Hamburger „Visionen“ für die Zukunft waren gefragt. Auch Ex-SPD-Bürgermeister Klaus von Dohnanyi durfte seine vorstellen:  wenn nicht endlich was geschehe, drohe Hamburg zu einem besseren Luftkurort zu werden, so die Warnung. Und die Zeit fasste zusammen: “Leute, es ist ernst! Klaus von Dohnanyi, SPD, und Ole von Beust, CDU, plädieren vereint für einen Aufbruch ihrer Stadt.“

Aufbruch IHRER Stadt? Und Wohin? Mit wem? Im Zusammenhang mit der Olympia-Bewerbung von Hamburg wird von SPD,  CDU und Wirtschaftsvertretern immer wieder von einer „Jahrhundertchance“ gesprochen. Was aber genau soll das sein? Ein paar neue Wohnungen, die zwischendrin mal als Olympia-Stadion genutzt werden? Die engere Anbindung von Wilhelmsburg an die Einkaufszonen nördlich der Elbe? Und das soll mehr als 10 Mrd. Euro wert sein?

Es ist sicherlich lohnend, sich mit den Visionen der Politik- und Wirtschaftseliten der Hansestadt intensiver auseinanderzusetzen. Dieser  Text mit den Hinweisen auf die „Visionen“ von Dohnanyi und von Beust vor dem Hintergrund der laufenden Olympia-Bewerbung soll dazu eine Anregung sein.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di hat Bedenken mit dem Schwerpunkt auf soziale Fragen thematisiert und sich gegen Olympia ausgesprochen: Verdi Hamburg: Statt Olympia für ein soziales Hamburg. Über die soziale Spaltung der Stadt machen sich der Mieterverein Hamburg und der Sozialverband sorgen: NDR muss sich korrigieren: Nichts mit einfacher Olympia-Unterstützung – Soziale Spaltung der Stadt.

Der BUND Hamburg benennt Umweltfragen: BUND zu Olympia: Keine „nachhaltigen Spiele“ light! Ebenso der NABU Hamburg: “Nachhaltig geht anders – NABU: Hamburgs Olympiabetreiber interessieren sich kaum für Umweltfragen”

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