Olympia Hamburg und Banken – Kunden als Werbeträger

Still und leise gräbt sich dieses Feuer&Flamme-Logo in die Wahrnehmung. Nicht nur an Bussen, Bahnen und Fähren, auch bei Geldautomaten und beim Bäcker durchzieht es immer mehr die Alltäglichkeit. Nun bietet z.B. die Hamburger Volksbank ihren KundInnen etwas Tolles: Alternativlos werden online neue EC-Karten mit dem FeuerundFlamme-Logo angepriesen. So geht Werbung! Doch wer sich beschwert und nachfragt, bekommt die Karte auch werbefrei.

Nerven tut es ohnehin. Richtig ärgerlich wird es, wenn man dann sogar noch gegen seinen Willen zum Werbeträger gemacht werden soll. Wer bei der Hamburger Volksbank jetzt eine neue EC-Karte bestellt, bekommt online (und vermutlich in den Filialen) nur noch die tolle Alternative: „Blau oder Orange, aber in jedem Fall „Feuer und Flamme“.

Natürlich geht sofort eine Beschwerde raus, verbunden mit der Bitte, eine EC-Karte ohne diesen Werbe-Banner bekommen zu wollen. Und siehe da: Das geht klar. „Kunden, welche diesen Weg nicht teilen und eine andere BankCard wünschen, bieten wir eine Alternative ohne Feuer und Flamme Logo“, teilt die Hamburger Volksbank mit. Man muss nur nachfragen!

Schwieriger die weitere Forderung: Auch online bitte die werbefreie EC-Karten deutlich zur Wahl anbieten – soll ja jedeR selbst entscheiden. Freundlich reagiert man bei der Hamburg Volksbank: Man werde diesen Vorschlag weiter leiten und prüfen. Außerdem bekommt man als Kunde erklärt:

„“Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele,“ so sagt es unsere genossenschaftliche Idee. Diese Überzeugung der Gründungsväter Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schulze-Delitzsch teilen Genossenschaftsbanken seit über 160 Jahren.
Als Genossenschaftsbank sind wir rechtlich und wirtschaftlich selbstständig. Durch unsere Nähe zu den Menschen und zum Markt, sind wir eng verbunden mit der Region. Es ist unser Ziel, unsere Kunden und Mitglieder wirtschaftlich zu fördern. Aus diesem Selbstverständnis heraus, setzen wir uns auch für einen starken, unabhängigen Mittelstand ein. Genau hier schließt sich der Kreis, denn die Mehrheit unserer Kunden ist für Olympia. Sowohl in unserem Kundenbeirat als auch in unserer Vertreterversammlung haben wir Hamburgs Olympiabewerbung vorgestellt und breite Unterstützung erhalten.“

Na, das ist eine Erklärung. Erklärt aber nicht, warum die Bank den KundInnen nicht einfach als Alternative auch eine werbefreie Karte online anbietet. Online entsteht so bislang der Eindruck, dass man die KundInnen zu ihrem Werbeglück zwingt. FAIR geht anders oder?

Aber vielleicht braucht es dazu noch ein paar mehr Anregungen aus dem Kreis der Kundschaft? Und vielleicht berichten uns andere KundInnen, wie es bei ihren Banken so abgeht?

9 Gedanken zu „Olympia Hamburg und Banken – Kunden als Werbeträger

      • Ich muss schon sagen das hinter der ganzen Kampagne von Nolympia sehr viel versteckte Systemkritik steckt die eigentlich gar nichts direkt mit Olympia zu tun hat. Es geht offensichtlich auch ein Stück weit darum Aufmerksamkeit zu erlangen (Siehe z. B. die Auftritte von Heike Sudmann von den Linken die ebenfalls bei den ersten Präsentationsveranstaltungen Generalkritik geübt hat aber nicht viel sachlich für den jeweiligen Abend beibetragen hat). Sehr schade…

        • Wo da jetzt die versteckte Systemkritik gewesen sein soll, ist mir nicht nachvollziehbar. Wenn mich wie in diesem Fall eine Bank zwingt, zum Werbeträger zu werden, für etwas das ich nicht richtig finde, dann darf ich mich doch wohl genau dazu konkret äußern. Oder meintest du das System Olympia?

          • Findest du das nicht etwas kleinkariert? Du wirst deine EC-Karte ja kaum so herumtragen das Sie jeder sieht. Es gibt bestimmt Sachen bei der Kampagne die man konstruktiv kritisieren kann, aber an dieser Stelle finde ich das einfach total überzogen.

  1. Pingback: NOlympia-Presseschau für Juni 2015 » Nolympia

  2. Erst ist es versteckte Systemkritik, jetzt kleinkariert? Ob ich das ärgerlich finde, wenn ich gegen meinen Willen Werbung mit mir rumtrage für die Dinge, für die ich nicht werben will, mag für dich kleinkariert sein. Es sollte nur mein gutes Recht sein, dass ich das selbst entscheide. Und nebenbei behaupte ich in keiner Weise, dass es ein wesentliches Kritikmerkmal der Olympia-Bewerbung ist. Im übrigen finde ich immer verwunderlich, wenn mich Leute beraten, was ich ärgerlich finden darf und was nicht.

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