(N)Olympia Hamburg: 13 kritische Fragen – die Reaktionen „so far“

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Sie wollen Olympia in Hamburg: Hamburger Senat, die Handelskammer-Spitze und die Führung des Hamburger Sportbundes. Was die Basis dazu wohl meint? Foto: Dirk Seifert

Sogar in Bergedorf bei der SPD wird über uns gesprochen. Das ist natürlich gut. Auch sonst sind wir mit unseren 13 kritischen Fragen zu einer (N)Olympia-Bewerbung an den Hamburger Senat und den DOSB bemerkt worden. Unser Obersportler und Innensenator Neumann (SPD) hat unsere Fragen am Montag auf der Vorstellung der Hamburger Bewerbung erwähnt und wir können davon ausgehen, dass wir eine Antwort bekommen. Durchaus bemerkenswert, denn normalerweise antwortet der Senat ja auf „offene Briefe“ nicht. Schweigsam blieb bislang der DOSB. Mal schauen. Ein kleiner Medienüberblick…

Nicht vergessen: Unterstützt die 13 kritischen Fragen von uns mit deiner Unterschrift – siehe rechts in der Spalte!

Seit Freitag letzter Woche haben wir zahlreiche Anfragen von JournalistInnen, die mehr über unsere Kritik wissen wollen und nachfragen, wer wir denn nun genau sind. Die NWZ schreibt in einem Text über uns Kritiker/innen in Berlin und Hamburg: Olympia-Gegner warnen vor finanziellen Risiken: Aktivisten formieren sich wegen fehlender Transparenz und drohender Kostenexplosion.

Das Handelsblatt findet diese Idee von uns ganz prima: NOlympia“: Europäisches Städtebündnis gegen IOC-Vormachtstellung„. Dass wir uns bislang „(N)Olympia Hamburg“ nennen, wird oft übersehen. Die taz-Hamburg hatte ja bereits letzten Freitag über unsere 13 Fragen berichtet unter einer wie so oft „eigenwilligen“ Überschrift: „Die Spiele-Verderber„.  Noch in dieser Woche erscheint dort ein Interview mit (N)Olympia.

Unter „Gut abgeschrieben“ informierte die taz über die Hamburger Bewerbung. Autor Klaus Irler weiß dort zu berichten: „Vom Kleinen Grasbrook aus gedacht lägen die meisten anderen, bereits vorhandenen Sportanlagen in einem Radius von zehn Kilometern. So stellte es jedenfalls Bürgermeister Olaf Scholz dar und ließ unerwähnt, dass es auch Wettkämpfe außerhalb Hamburgs geben würde: Handball beispielsweise würde man auch in Flensburg und Kiel spielen, Fußball auch in Bremen und Braunschweig und gesegelt würde unter anderem vor Travemünde und Cuxhaven.“  Wer mehr über die Taz-Berichterstattung wissen will, kann das unter dem Stichwort Olympia machen.

Die Linksfraktion im Hamburger Rathaus hat hier zur Bewerbung Stellung genommen und stellt fest: „Olympia-Pläne des Senates sind Gentrifizierungsprogramm für Hamburg“. Die Grüne-Rathausfraktion schreibt: „Schöne Pläne dürfen nicht von der Kostenfrage ablenken„.

Die Welt berichet unter der Überschrift „Europa muss Druck auf IOC ausüben“ über unsere Kritik mit Blick auf die Themen Kosten, Transparenz und Bürger-Mitbestimmung: „Grundsätzlich lehnt die Initiative (N)Olympia die Ausrichtung der Spiele in Hamburg nicht ab. «Wir werden uns die Kosten aber ganz genau ansehen», sagte Seifert. Auch mit Blick auf Naturschutz und soziale Verdrängung gebe es offene Fragen. «Die Bevölkerung braucht einen kompletten Überblick.»

Im Frühjahr 2015 sollen die Hamburger nach Plänen des Senats über die Olympia-Pläne abstimmen. Dieser Termin kommt nach Ansicht der Kritiker zu früh. Einen offenen Brief der Initiative mit 13 kritischen Fragen wolle der Senat aber bereits bis Mitte September beantworten, sagte Seifert.““

Der NDR schreibt ebenfalls und zitiert unsere Blog-Autorin so: „Hamburg ist eine relativ kleine Stadt und die benötigte Infrastruktur, um wirklich Olympia auszutragen, ist gigantisch. Das würde das Maß, was in Hamburg gebraucht wird, bei Weitem überschreiten. Der Bau der Sport- und Trainingsstätten würde zudem gigantische Kosten bedeuten, die der Stadt nachher an anderer Stelle fehlen würden“, meinte „NOlympia“-Sprecherin Nicole Vrenegor, die zudem bei NDR Info kritisierte: „Zum Zeitpunkt einer Volksbefragung steht noch kein richtiges Konzept fest. Man kann mehr oder weniger nur blankomäßig ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ sagen.“ Vesper dagegen betonte: „Die Unterstützung der Bevölkerung ist ein ganz entscheidendes Kriterium.“

Außerdem informiert der Sender: „Laut einer Berechnung der Hamburger Handelskammer würde die Ausrichtung in der Hansestadt 6,5 Milliarden Euro kosten, von denen die Stadt jedoch nur eine Milliarde tragen müsste. „

Das Hamburger Abendblatt schreibt unter der Überschrift: „Deutschland ist mit Olympia jetzt einfach dran„. Etwas verwirrend schreibt das Blatt, dass es Mails erhält, in der die „Meinungen geteilt“ sind, dass aber die Zahl der Olympiabefürworter … in den vergangenen Wochen jedoch zugenommen“ hat. Nähere Angaben macht das Blatt nicht.

Bei uns ist das anders: Immer mehr Menschen schreiben uns, dass sie froh sind, dass wir so aktiv sind, erinnern an Großbauten, Großbanken und Großflughäfen und warnen vor weiteren Kostenlawinen. So erreichten uns in den vergangenen Wochen viele Mails, die sich sehr kritisch zu den Olympischen Spielen äußern, vor allem treibt der Punkt Kosten die Menschen um.

Dies scheint auch, laut Abendblatt, in den Sportverbänden ein großes Thema zu sein. „Auf einer Informationsveranstaltung des Hamburger Sportbundes (HSB) beschäftigte die Vertreter von Vereinen und Verbänden vor allem eine Frage: Wie teuer werden Olympische Spiele in Hamburg? Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hatte darauf bei der Präsentation des Hamburger Konzeptes keine konkrete Antwort geben wollen, „weil es momentan keine seriöse Grundlage für irgendwelche Zahlen gibt“. Dafür sei es einfach noch zu früh.

Die Kosten, Nachhaltigkeit und Nachnutzung der Olympiastätten werden allerdings Schlüsselthemen bleiben, auch für die Olympia-Projektgruppe des Senats, die nun die 13 öffentlich gestellten Fragen der Olympiakritiker/innen ausführlich beantworten will. Und sie muss in den nächsten Wochen noch die von der Bürgerschaft geforderte Machbarkeitsstudie für mögliche Sommerspiele in Hamburg erstellen.“ Zudem ergänzt das Abendblatt, dass eine Entscheidung des DOSB über eine Olympia-Bewerbung Deutschlands und mit welcher Stadt wohl nicht mehr im Dezember fallen wird, sondern unbestimmt auf 2015 verschoben wurde.

Ein Gedanke zu „(N)Olympia Hamburg: 13 kritische Fragen – die Reaktionen „so far“

  1. Ich möchte für alle Zeiten überhaupt kein Olympia in Deutschland haben.
    Das Geld soll in die Renovierung von Schulen und Strassen besser noch Fahrradwege fliessen. Nur mal so als Beispiel.
    Für korrupte Sportveranstalter wie IOC oder FIFA habe ich nichts übrig.
    Der Bau der Sportstätten wird höchstwahrscheinlich hauptsächlich durch Schwarzarbeiter aus dem Ausland erledigt werden. Der dafür zuständige deutsche Zoll ist ohnehin schon jetzt überlastet. Es ist sicherlich Absicht dass dem Zoll viel zu wenige Mitarbeiter zugeteilt werden. In Zukunft sollen diese überlasteten Mitarbeiter auch noch den neuen Mindestlohn kontrollieren ohne auch nur einen Mitarbeiter mehr zu bekommen.
    Was hat der deutsche Staat davon wenn ein paar wenige Baukonzerne ein paar neue Millionäre generieren die dann auch noch ihre Gewinne ins Ausland verlagern. Null Steuereinnahmen aber die Kosten werden dann auf die Durchschnittsverdiener verteilt, die Ihre Einkommen nicht ins Ausland verlagern können.

    Nein Danke.

    Leistungssport ist ohnehin Mord.
    Doping kann man nicht verhindern.
    Man sollte nur noch den Sport unterstützen wo es nicht um die Leistung geht. Schneller, höher, weiter ist ohnehin ausgereizt.

    Ob da einer zehn Sekunden oder zwanzig Sekunden für 100 m Sprint benötigt ist für mich genauso langweilig.
    Der Anreiz für den Normalbürger selber Sport zu treiben wird dadurch nur reduziert. Ich sage: Das schaffe ich sowieso nie.
    Also warum soll ich dafür jeden Tag mir einen abhetzen.
    Vor dem TV sitzen ist ja einfacher.
    Aber bevor ich vor dem TV vor Langeweile einschlafe kann ich mir den Strom sparen und gleich ins Bett gehen.

    Wo kann ich meine Unterschrift abgeben gegen Olympia in Hamburg?

    Sollte die Mehrheit mich überstimmen:
    Das Stadion wird wegen mangelhafter Brandschutzanlage nicht rechtzeitig fertig werden. Siehe Berliner Flughafen.
    Wenn die Bauarbeiter nur polnisch und rumänisch und die Architekten nur englisch sprechen kann da am Ende nur ein Babylonischer Turmbau herauskommen.

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