NDR muss sich korrigieren: Nichts mit einfacher Olympia-Unterstützung – Soziale Spaltung der Stadt

nolymoia-hh„Übermut tut selten gut“ oder andere Weisheiten fallen mir ein, wenn man sich die Verwandlung einer NDR-Meldung ansieht. Zunächst wurden unter der Überschrift „Mehr Engagement gegen Kinderarmut gefordert“ der Mieterverein zu Hamburg und der Sozialverband Deutschland (SoVD) zu Olympia-Unterstützern erklärt, dann kam die NDR-Korrektur: „In einer früheren Version dieses Berichtes hieß es, dass sich sowohl der Mieterverein als auch der Sozialverband für Olympische Spiele in Hamburg ausgesprochen hätten. Das ist nach Angaben von Pahlke und Wicher so nicht korrekt.“

Die eigentliche Meldung liest sich vor dem Hintergrund hoher Kosten für die Olympia-Bewerbung allerdings durchaus sehr spannend. Z. B. heißt es dort: „Der Mieterverein zu Hamburg und der Sozialverband Deutschland (SoVD) haben in der Hansestadt ein „bedrohliches Anwachsen der Kinder- und Jugendarmut“ beklagt. Allein in Hamburg seien 58.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren von Armut bedroht. Dies sei „ein Skandal“, der von Gesellschaft und Politik nicht hingenommen werden dürfe.“

Unter der Zwischenüberschrift „Gespaltene Stadt“ heißt es weiter: „Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren liege die Armutsrisikoquote bei 25,6 Prozent, sagte Klaus Wicher, Landesvorsitzender des SoVD, am Donnerstag in Hamburg. Gleichzeitig lebten etwa 42.000 Millionäre und 18 Milliardäre in der Hansestadt. Hamburg habe sich zu einer „gespaltenen Stadt entwickelt, in der Armut und extremer Wohlstand ganz nahe beieinander sind, ohne sich wesentlich zu berühren“, so Wicher.“

  • Ein aktuelles dpa-Interview über die derzeitige Situation zur Olympia-Bewerbung und den Risiken und der Kritik ist im Abendblatt vor wenigen Tagen erschienen Vermutlich funktioniert dieser Link wegen der Bezahlpflicht beim Hamburger Abendblatt nicht, aber die Suche mit der Überschrift bei Google-News könnte helfen: Die kritischen Geister erwachen erst jetzt so richtig

Auch der Mieterverein macht klar, dass es große soziale Risse in der Stadt gibt. „Mehr Sozialwohnungen gefordert“ schreibt der NDR und weiter: „Der Vorsitzende des Mietervereins zu Hamburg, Eckard Pahlke, forderte, die Zahl der jährlich geplanten Sozialwohnungen müsse von 2.000 auf 6.000 erhöht werden. Außerdem müsse die Bindungsfrist für diese Wohnungen wieder auf 30 Jahre angehoben werden. Mit Blick auf den Bund warf Pahlke SPD und Union vor, Kinderarmut nicht ernst zu nehmen. So tauche im Koalitionsvertrag auf mehr als 180 Seiten das Wort Kinderarmut nicht ein einziges Mal auf.“

Wer mehr dazu wissen will, kann ja zum NDR rüberklicken.

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