Lieber DOSB: Vorsicht an der Bahnsteigkante!

auf-zu-tuer-bahnLieber DOSB, wir gehen jetzt ins Wochenende, aber ihr werdet sicher viel um die Ohren haben. Am Montag Abend wollt ihr ja mitteilen, ob ihr euch für Olympia 2024 bewerbt, obwohl die Spiele dann ohnehin in den USA stattfinden. Außerdem wollt ihr entscheiden, ob Hamburg oder Berlin sich sinnloserweise für diese Spiele bewerben dürfen. Warum eigentlich gleich mal über 2028 nachdenken?

Wir wissen nicht, wer euch jetzt alles bearbeitet bzw. berät, damit ihr Hamburg oder Berlin den Vorzug gebt. Wir wissen auch nicht, was euch eigentlich geritten hat, nach dem Desaster eurer Bewerbungspläne in München  gleich wieder in so ein Abenteuer einzusteigen.

Wir haben sogar freudig vernommen, dass es in euren Reihen welche gibt, die das bisherige eher dürftige Zustimmungs-Ergebnis in beiden Städten als Anregung verstehen, eine Bewerbung für 2024 zu streichen und stattdessen über 2028 nachzudecken. Unsere Sympathie mit diesem Gedanken wollen wir nicht verschweigen!

Und wir stauen nur ganz wenig, wie es euch wieder mal gelungen ist, die „Unruhe“, die Herr Schneeloch ausgelöst hat, so schnell wieder unter Kontrolle zu bringen. So schnell, dass viele Medien gar nicht mehr darüber berichten konnten.

Wir wollen jetzt auch nicht mehr darauf rumreiten, dass die „Grünen/Bündnis 90 … nicht am Auswahlverfahren zur Bestimmung des deutschen Kandidaten für Olympia 2024 und 2028 teil(nehmen)“, wie die FAZ berichtet. Die sollen einen Brief geschrieben haben, der voller Vorwürfe gegen euch ist.

Laut Sport-Informations-Dienst (SID) und Handelsblatt drohen wir: „NOlympia geht in Stellung: „Wir prophezeien schwere Zeiten““ Naja, wenn wir ehrlich sind: Mit Prophezeiungen haben unsere Betrachtungen eigentlich nicht viel zu tun.

Eines habt ihr gut gemacht, auch wenn das gar nicht an euch liegt: Vattenfall hat die Segel gestrichen und ist kein DOSB-Sponsor mehr. Da habt ihr echt ein Problem weniger.

Na gut, damit sind wir irgendwie wieder beim lieben Geld angekommen. Ihr werdet, solltet ihr euch entscheiden, Hamburg oder Berlin ins Rennen zu schicken und nicht die elegantere Variante einer Verschiebung auf 2028 aufzugreifen, sicherlich schon über den Millionen-Euro-Etat nachgedacht haben, mit dem ihr auf dem Weg zum Referendum uns die „unglaublichen-Chancen-ohne-jedes-Risiko“ beibringen werdet. Natürlich werden vor allem Unternehmen diese Kampagne betreiben, allen voran große Konzerne und Handelskammern. Wir wissen ja, wie unsere Handelskammer drauf ist und einen kleinen Vorgeschmack haben wir gerade wieder erlebt.

Natürlich ärgert uns das. Hat ja nicht viel mit Fairness zu tun, wenn ihr Millionen-Etats einsetzt und wir zusehen müssen, wie wir mit unseren paar Kröten dagegen halten müssen, um unsere Bedenken zu formulieren. Wir werden uns ohne jedes Euro-Doping aber viel Mühe geben!

Aber für alle wäre ein Sommer natürlich viel schöner, wenn ihr jetzt keinen Unsinn beschließt!

Ein Gedanke zu „Lieber DOSB: Vorsicht an der Bahnsteigkante!

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