Und schon spielt die Jazzcombo: Kulturolympiade setzt auf Klamauk

Da leuchtet nix: Fest der Ideen!

Da leuchtet nix: Fest der Ideen!

50.000 Euro hat der ECE-Konzern als Krümmel für die so genannte Kulturolympiade in den Ring geworfen. Zahlreiche Kulturschaffende sind am Montag erschienen, um davon ihr Krümelchen abzubekommen. Wir von Fairspielen haben bereits über das erste „Fest der Ideen“ berichtet, das unter der Fragestellung „Was sind die Vorbehalte der Olympiagegner und wie kann man diese entkräften?“ lief. Bereits im Juli haben sich Christoph Twickel und Schorsch Kamerun kritisch zur Rolle der Kunst als Akzeptanzbeschaffer für Olympia positioniert. Am Montag fand nun das zweite „Fest der Ideen für Olympia“ statt und das war wohl so provinziell und „niedrigschwellig“, dass selbst dem Abendblatt ein wenig mulmig geworden ist:

„Einzig Deichtorhallenchef Dirk Luckow sprach mit seinem Vorschlag eines Interviews mit Ai Weiwei und Herzog & De Meuron eine große städteplanerisch-soziale Vision und deren Reflexion durch einen Künstler an. Da war er, der internationale Glanz im Zusammenhang mit Kultur für Olympia. Er glomm nur ganz kurz auf.“

Auch der NDR liefert einen Einblick vom „Auswahlspektakel“ am Montag: „Ein durchaus sportlicher Wettkampf entbrennt zwischen den fünfzehn Kulturschaffenden, die angetreten sind, um dem Publikum ihre Ideen vorzustellen. Jeder hat exakt 90 Sekunden – und schon unterbricht eine Jazz-Combo. Aus 50 eingereichten Vorschlägen hat eine Jury diese 15 ausgewählt. Das reicht vom selbstgestrickten Schal mit Flaggen der Welt über integrative Kinderprojekte, von einer App mit Erinnerungen von Hamburgern bis hin zu einer Talkshow mit Toten auf Kampnagel, wo der Zauberer Manuel Muerte in seiner Reihe „The Talking Dead“ den olympischen Geist beschwören wird. Sprechen werden Tote wie der Wiederbeleber der Olympischen Idee, Pierre de Coubertin, aber auch Lebende wie Vertreter von Nolympia und der Initiative ,Recht auf Stadt‘:

Lasst uns in gemeinsame Diskussion kommen: Über die Rolle von Kunst in der Gesellschaft, über den Zustand der Hamburger Kunst- und Kulturförderung, über die Prekarisierung der Lebensverhältnisse, über die sozialen Auswirkungen von Olympia, über Spektakel und Leuchtturmprojekte, über das, was gute Interventionen von schlechten unterscheiden. Kurz: über die ganz großen Themen also…

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