Ihre Stadt wird eine Wüste sein

Protest 2014: Naturfreunde Berlin gegen Olympia

Protest 2014: Naturfreunde Berlin gegen Olympia

Alle paar Jahre wieder werden wir mit dem Versuch beglückt, die Stadt mit Olympischen Spielen beglücken zu wollen. Bereits Ende der 1980er gab es einen Schlussbericht Olympia-Gutachten, der die Tauglichkeit Hamburgs für Olympia 2004 überprüfen sollte. Damals phantasierten die Stadtplaner/innen ein Olympiastadion am Klostertor, Olympiahallen auf dem Heiligengeistfeld, plus Sportstätten im angrenzenden Schanzenviertel. Am Baakenhafen war ein schwimmendes Olympisches Dorf „auf einer Armada von Luxuslinern“ geplant. Die Kernaussagen damals? „Olympische Spiele in Hamburg, dem Tor zur Welt mit zukunftsorientierter Tradition“ und – wer hätte das gedacht? – „Die Olympischen Spiele in der Stadt am Wasser“.

Nur ein paar Jahre später, 2002, startete der zweite Olympische Testballon mit dem schönen Namen „Feuer und Flamme für Hamburg“. Dem ging schon in der Vorrunde über Deutschland die Luft aus. Das damalige Motto? „Spiele am Wasser im Herzen der Stadt“. Die damaligen Spielstätten? Kleiner Grasbrook und die Östliche Hafencity, aber auch Messehallen & Umzu. Zum Schanzenpark fand das damalige (- attentione fette pdf -) BID Book 2012 beispielsweise die beruhigende Formulierung: „Die unmittelbar angrenzenden Parkflächen werden durch entsprechende Maßnahmen so hergerichtet, dass sie dem großen Besucherandrang gewachsen sind“.

Derzeit strickt die Projektgruppe „Olympia für Hamburg“ wieder an einer neuen Bewerbung, äh „ergebnisoffenen Prüfung“. Auf der Grundlage des BID BOOKs von 2002 soll nun eine Olympia-Bewerbung 2024/28 vorbereitet werden. Die Olympischen Orte? Streng geheim! Der Slogan? Vermutlich irgendwas mit Wasser und Tor zur Welt!

Auch wir erinnern uns gerne an 2002 und die große Bambule-Demo gegen Olympia und schwelgen in nostalgischer Erinnerung an die Supernolympica, deren Rede wir im Folgenden dokumentieren. Ach ja: „Widersprecht ihnen, wenn sie das große Spektakel in warmer Farbe ausmalen“ und kommt zum Ratschlag

**********************************************************
NICHTS DAVON IST WAHR!

Ich, SUPERNOLYMPICA, prophezeie euch:
Sie werden riesige Gebäude erreichten, doch ihre Stadt wird eine Wüste sein.
Ihre Medientempel werden leer bleiben und einstürzen.
An IHREN Yachthäfen werden keine Schiffe festmachen, denn es wird keine REICHEN geben, die IHRE Häuser mieten.
Sie werden ihre Besitztümer wohlfeil anbieten.
Elektronische Mauern werde Sie errichten, um die Habenichtse fernzuhalten.
Sie werden das große Spektakel preisen, auf dass die ganze Welt sehen möge, dass es hier Beute zu machen gibt.
Doch es wird Ihnen nichts nützen.
Ihre Standortfaktoren werden sich gegen sie wenden.
Ihre Arenen werden verwaisen.
Durch ihre Stadien wird das Ungeziefer jagen und auf ihren Kampfbahnen wird Unkraut wuchern.

Ich, SUPERNOLYMICA, warne euch:
Hört nicht auf ihre Worte.
Leiht ihnen nicht eure Stimme. Versagt ihnen eure Hand.
Glaubt ihnen nicht,
wenn sie über die neue Stadt im Süden sprechen.
Widersprecht ihnen, wenn sie das große Spektakel in warmer Farbe ausmalen.

Ein Gedanke zu „Ihre Stadt wird eine Wüste sein

  1. Pingback: NOlympia-Presseschau für August 2014 » Nolympia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*