Ich glotz TV und hör Radio – Was IOC und DOSB nicht schaffen: Doping Opfer ehren Whistleblowerin

Ein knappes Jahr nach der frohen Kunde, dass Hamburg sich nicht für die Olympischen Spiele 2024 bewirbt, ist die Orientierungslosigkeit beim Deutschen Olympischen Sport Bund (DOSB) größer denn je. Die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten haben beim Milliarden-Poker um die Senderechte verloren und werden nach derzeitigem Stand die Spiele von 2018 bis 2024 nicht mehr übertragen. Während die öff-rechtlichen Sender davon sprechen, dass sie „an die Schmerzgrenze gegangen“ wären, bin ich geneigt zu sagen: Nein, ihr wart schon weit drüber hinaus! Es gibt absolut keinen Grund, den Klüngel des IOC durch völlig abgedrehte Milliarden-Geschäfte zu unterstützen und damit der Illusion Vorschub zu leisen, als ginge es irgendwie noch um Sport. Auf die wachsende Kritik aus den Kreisen der aktiven Sportler fällt dem DOSB nicht mehr ein, als zu fordern: Kritik bitte nur intern! Was IOC und DOSB nicht hinbekommen: „Die russische Leichtathletin Julia Stepanowa wird für ihren Mut und ihre Konsequenz geehrt. Ihr wird der Preis der Doping-Opfer-Hilfe verliehen. Stepanowa deckte das systematische russische Doping auf. Die drastischen Konsequenzen seien ihr nicht klar gewesen, sagt die Leichtathletin heute.“

Das berichtet der DLF hier: Whistleblowerin- Stepanowa erhält Preis der Doping-Opfer-Hilfe. Ein wenig Deutschlandfunk hilft immer, um sich in der Sportwelt des Olympischen ein wenig zu orientieren. Z.B. wenn es um die Mitgliederversammlung des DOSB geht: Die Sportfamilie im Vakuum vereint. Oder auch in Sachen Transparenz bei dem vermeintlichen Club der Reformer: DOSB- Von wegen Transparenz. Und natürlich berichtet der DLF auch über diese Senderechte: Spiele von 2018 bis 2024 – Olympia nicht mehr bei ARD und ZDF.

Mehr zum Thema beim DLF:

Und wie ist das nun mit Hamburg? Auf Facebook hieß es bei Nolympia-Hamburg neulich: „Erst am Montag war durch Antworten des Senats auf Anfragen der “Linken” (http://www.linksfraktion-hamburg.de/…/kosten-fuer-hamburgs…/) bekannt geworden, dass sich zu den Kosten für die Olympiabewerbung unter anderem auch mehr als 120.000 Euro Personalkosten addieren, die seit Anfang 2016 für die Liquidation der Bewerbungsgesellschaft angefallen sind. Einziger Beschäftigter der Gesellschaft war zuletzt Dr. Nikolas Hill. Gestern meldete nun die Pressestelle des Senats, dass Hill “in die Privatwirtschaft” wechselt.  Zwischen beiden Meldungen einen Zusammenhang herstellen zu wollen wäre rein spekulativ. Sofern er künftig die Finger von Olympiabewerbungen und ähnlichem lässt, wünschen wir Herrn Hill für seinen weiteren Berufsweg alles Gute.
Zwischen beiden Meldungen einen Zusammenhang herstellen zu wollen wäre rein spekulativ.
Sofern er künftig die Finger von Olympiabewerbungen und ähnlichem lässt, wünschen wir Herrn Hill für seinen weiteren Berufsweg alles Gute.“ Der Senat meldete: „Staatsrat Dr. Nikolas Hill wechselt in die Privatwirtschaft – Liquidator der Olympia-Bewerbungsgesellschaft beendet Tätigkeit zum Jahresende.“

Naja. Dann war da noch dieser neue DFB-Präsident, Grindel heißt er. Auch so ein richtiger Aufklärer und Reformen, der die Machenschaften rund um die Fragen von Bestechungen bei der Fußball-WM 2006 und diesem Franz Beckenbauer und seinem Verein nicht sonderlich voranbringt, aber neulich davon quasselte: Hamburg möge sich doch bitte gern erneut für Olympia bewerben. Selbst DOSB-Chef Hörmann hatte laut NDR daran keine Freude. Natürlich widmete sich auch das Abendblatt dem Anlass, auf dem dieser Grindel so munter vor sich hin schwätzte und erwähnte dabei auch die Sponsoren des Business Clubs Hamburg, der derartiges veranstaltete.

Ein Gedanke zu „Ich glotz TV und hör Radio – Was IOC und DOSB nicht schaffen: Doping Opfer ehren Whistleblowerin

  1. Man kann es ja kaum glauben, dass das Innenministerium „Medaillen“ verlangt für die Förderung des Spitzensports. Da geht es wirklich um das primitivste nationale Prestige in einem korrupten Umfeld, das geben die öffentlich zu (bin dankbarer DLF-Hörer). Leider sind ARD und ZDF aus den falschen Gründen draussen. Sie hätten schon längst aus diesem Sumpf verlogener Heldenverehrung aussteigen sollen, also nicht nur wegen der Vergeudung von Gebühren. Warum überhaupt Geld für den Spitzensport? Wer Freude an seinem Sport hat, soll ihn ausüben können. Dafür sollte es Unterstützung für eine Infrastruktur geben, aber mit der Massgabe, dass die geförderten Sportarten gesund sind und dass sie eher den Gemeinsinn fördern als selbstquälerisches Egomanentum. Ausserdem soll die Förderung effizient sein, d.h., die Investition pro Sportler muss im Rahmen bleiben. Genau das Gegenteil davon ist der Bau und der Unterhalt von Kunsteisrodelbahnen z.B. Millionen für ein paar Hanseln, für eine völlig unattraktive Sportart, die wenig Talent erfordert, bei der die ausländische Konkurrenz (wegen der Kosten hoffe ich) klein ist – und deswegen halt die Medaillen bringt. Solange Biathlon aus seltsamen Gründen so interessant ist (für die Passivsportler), sollen sie einen Profi-Zirkus organisieren, aber ohne Breitensportpotential ist eine staatliche Förderung verfehlt. Ich fand es lässig wie die Engländer sich scheinbar nicht geschert haben um ihre wenigen Olympiasiege in früheren Zeiten. Und genau die drehen jetzt auf mit einem absurden Programm (wie in der DDR), und der DOSB und das IM möchten da nachziehen! Was will ein Land mit dem Medaillenspiegel beweisen? Dass es über das bessere Genmaterial verfügt? Dass es sich einen irren Luxus leisten kann? In Wirklichkeit beweist es einen Hang zum irrationalen Chauvinismus, eine aus der Zeit gefallene Primitivität. Dies Kraft- und Ausdauerbolzer (Dopingfaktor unbekannt) taugen nicht zum Vorbild. Oder ist rücksichtsloser Ergeiz vorbildlich? Herausragende Teamspieler und herausragende Bewegungstalente sind Vorbilder wenn man sie im Sport sucht. Dafür reichen längst die Sportarten, die sich selbst tragen können. Und ihr gemeinsames Merkmal ist, dass die Trainingsmotivation aus der Freude am Spiel (es sind hauptsächlich Spielsportarten) kommt und nicht durch ein betonhartes Trainingsregime erzwungen wird. Olympia in der jetzigen Form soll der Teufel holen!

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