Wer trägt Hamburgs Olympia-Kosten? Klar ist, dass nichts klar ist

Was kostet Olympia? Jetzt wird es konkret.

Was kostet Olympia? Jetzt wird es konkret.


Was kosten die Olympischen Spiele und wer kommt für die Kosten auf? Dies wird für viele Hamburgerinnen und Hamburger eine Schlüsselfrage sein, um zu entscheiden, ob sie beim Referendum sich für oder gegen die Olympiabewerbung ihrer Stadt aussprechen. Umso erstaunlicher ist es, dass hier anscheinend noch nicht mal in Ansätzen klar ist, wer was zahlen wird.

Michael Neumann wird nicht müde, an den Bund zu appellieren: „,Wir werden nur erfolgreich sein, wenn wirklich ganz Deutschland hinter der Bewerbung steht‘. Das bedeute, auf nationaler Ebene müsse viel gesprochen werden, ,damit Deutschland wirklich Ja zu Hamburg sagt‘.“ Übersetzt heißt das: Hamburg braucht Kohle und zwar nicht zu knapp, um seine Olympia-Visionen verwirklichen zu können.

Bei den vielen Veranstaltungen des Senats im Vorfeld der Entscheidung, ob Hamburg oder Berlin deutsche Bewerberstadt werden soll, sprach der so genannte „Olympia-Botschafter“ der Handelskammer, Reinhard Wolf, davon, dass der Bund „80% der anfallenden Kosten übernehmen werde“. Überraschend, wo doch normalerweise bei vergleichbaren Großevents die Kosten jeweils zu einem Drittel zwischen Land, Bund und Stadt aufgeteilt werden. Dies würde im Falle von Hamburg als Stadtstaat bedeuten, dass die Hansestadt für Zweidrittel der Kosten aufkommen müsste. Wie die Handelskammer zu der Aussage kommt, „dass Hamburg ,nur‘ eine Milliarde Euro stemmen muss. Einen Großteil der Kosten trägt der Bund“, wird sie nun im Zuge der Konkretisierung der Zahlen offenlegen müssen.

Klar ist, dass bisher die Bundesregierung nur Absichtserklärungen und keine konkrete Unterstützung für Hamburg angeboten hat. Dazu schreibt das Abendblatt: „Art und Umfang eines finanziellen Engagements des Bundes an der Olympiabewerbung sind derzeit noch offen‘, heißt es in der Antwort des Innenministeriums. Im Haushalt 2015 sind keine Mittel für eine Olympiabewerbung eingestellt. Zudem habe die Bundesregierung ,noch keine konkrete Form einer Bundesunterstützung‘ für die Bewerbung Hamburgs beschlossen.“

Diese Antworten des Innenministeriums sind noch nicht veröffentlicht, sie zeigen deutlich, dass hier die Vorstellungen, wer die Zeche zahlen wird, weit auseinander gehen. Dies zeigt auch die Kleine Anfrage der GRÜNEN im Bundestag (Drucksache 18/4492), in der die Abgeordneten deutlich machen, dass sie eine transparente Kostenaufstellung wünschen (Frage 17 & 18) und dass sie die von Hamburg vorgelegten Zahlen für nicht realistische halten (Frage 19).

NOlympia Hamburg kennt diese Antworten nicht, die anscheinend der lokalen Presse schon zugespielt wurden. Das Abendblatt hat daraufhin den sportpolitischen Sprecher der GRÜNEN, Özcan Mutlu, interviewt und der gibt folgende Einschätzung: „Für die Opposition im Bundestag ist die Antwort der Regierung ein Hinweis darauf, dass ,die Bewerbung vom DOSB für die Bundesregierung mit zu geringem zeitlichen Vorlauf in die öffentliche Diskussion gebracht‘ wurde, sagte Özcan Mutlu, der sportpolitische Sprecher der Grünen. ,Die Antwort enttäuscht und bestätigt uns in unserem Eindruck, dass die Bundesregierung und der Bundesinnenminister eine Menge starker Sprüche in Interviews und Reden auf Lager haben.‘ Ein Konzept jedoch für Olympische und Paralympische Spiele sei nicht zu erkennen“.

2 Gedanken zu „Wer trägt Hamburgs Olympia-Kosten? Klar ist, dass nichts klar ist

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