Hafenwirtschaft gegen Olympia

Olympia-glotzen oder arbeiten? Nutzungskonflikt im Hamburger Hafen

Olympia-gucken oder Arbeiten? Nutzungskonflikt im Hamburger Hafen


Bisher kann man nicht davon sprechen, dass das Thema Olympia eine breite Hamburger Öffentlichkeit erreicht hat. So recht will in dieser Stadt die Debatte nicht in Gang kommen und das in beide Richtungen – weder pro, noch contra Olympia. Nach letzten Umfragen können sich in Hamburg gerade mal 53 Prozent für Olympia durchringen, 44 Prozent sind dagegen. Bisher sind die Hanseaten vor allem eins: wenig interessiert. Das mag zum einen daran liegen, dass der Deutsche Olympische Sportbund ständig seine finale Entscheidung verschiebt, ob’s denn Berlin oder Hamburg sein soll. Und auch der Senat rückt vor der Bürgerschaftswahl im Februar 2015 weder mit konkreten Zahlen und Fakten raus, noch brilliert er durch verlässliche Ansagen in Bezug auf einen möglichen kommenden Bürgerentscheid. Erstaunlich engagiert, und zwar in durchgehender Skepsis gegenüber Olympischen Spielen, ist nur die Hamburger Hafenwirtschaft.

So weist Gunther Bonz, Präsident des Unternehmerverbands Hafen Hamburg, in der Mopo darauf hin, „dass es Probleme geben werde, wenn man bei der Standortplanung die Hafeninteressen nicht berücksichtigt“ und führt aus, dass ein Umzug für viele undenkbar sei. Auch gegen die Senatspläne, das Olympische Dorf in der Nachnutzung als Wohnraum nutzen zu wollen, läuft die Hafenwirtschaft Sturm, schließlich sei die lärm- und lichtintensive Nachtarbeit im Hafen nicht mit dem Wohnen zu vereinbaren. Mehrfach hat (N)Olympia Hamburg von dem Interessenskonflikt innerhalb der Hamburger Wirtschaft berichtet. Während die Immobilien- und Baubranche sowie die Tourismusindustrie auf große Gewinne hoffen, wenn denn die Hansestadt den Zuschlag für Olympia bekäme, gibt es bei vielen Hafenunternehmen die Befürchtung, dass sie im Zuge von Olympia ihre angestammten Privilegien verlieren könnten.

Wir sind gespannt auf den weiteren Showdown zwischen Hafenwirtschaft und Senat, denn für diesen offensichtlichen Nutzungskonflikt rund um den Kleinen Grasbrook und Umgebung gibt es keine Lösung: Wie soll dort auf kleiner Fläche Wohnen und Arbeiten vereinbar sein?

photo credit: sunnybille via photopin cc

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