Hafen und Olympia-Konflikt: Flächen, Umsiedlungen, Wohnen, Umwelt, Natur

Hafen Baustelle 1„Chaos um Olympiabewerbung – Hamburg brüskiert seine Hafenbetriebe und entwickelt absurde Vorstellungen“. Mit dieser Titel-Überschrift ist die Ausgabe 6 der Logistik-Zeitung Stadt Land Hafen (PDF) erschienen. Das Lobby-Magazin schreibt: „Im Hamburger Hafen herrscht blankes Entsetzen. Auslöser ist die Vorgehensweise der Stadt mit den Hafenbetrieben, die wegen den Olympischen Spielen verlagert werden müssen. Bei der Vorstellung der Pläne zu den Olympiabauten hatte der neue Staatsrat Christoph Holstein für Empörung gesorgt, als er über UNIKAI sagte, dort würden nur „einige Schrottautos“ verschifft. Zudem soll Oberbaudirekter Jörn Walter einen Prüfauftrag zum Rückbau des Bahnhofs Hamburg-Süd zugunsten von Parkplätzen gegeben haben.“

Auch die Welt berichtet unter der Überschrift: „Maritime Wirtschaft und Politik im Olympia-Konflikt“ über die wachsenden Konflikte im Hafen. Da geht es auch um die Elbvertiefung bzw. wie einige es lieber nennen, die Fahrrinnenanpassung. Aber eben auch um den Olympia-Ärger. Anläßlich einer lieblichen Schifftstaufe im Hafen heißt es: „Welch ein Kontrast zu den Szenen in der Hamburgischen Bürgerschaft am Nachmittag desselben Tages: Da stritten die Fraktionen von Opposition und Regierung heftig über die Hafenpolitik des Senats, über die scheinbar endlosen gerichtlichen Auseinandersetzungen zur Vertiefung und Verbreiterung der Elbfahrrinne, über den Konflikt zwischen Hamburgs möglicher Olympiabewerbung und den davon betroffenen Hafenunternehmen, über die Umstände der geplanten Westerweiterung des Eurogate-Terminals in Waltershof.“

Es geht um dicke Bretter: „Wirtschaftssenator Horch (parteilos), gelernter Schiffbauer und in seiner Hafennähe über jeden Zweifel erhaben, steht in der Schusslinie der Hafenlobby wie auch der Opposition. Der Unternehmensverband Hafen Hamburg (UVHH) fordert Garantien dafür, dass am Kleinen Grasbrook keinesfalls Wohnungen gebaut werden, wenn die Olympiabewebung nicht zum Erfolg führt, dass Hafenunternehmen frühzeitige Planungs- und Rechtssicherheit bei der Verlagerungen von Standorten erhalten, dass Unternehmen nicht vor der endgültigen Entscheidung über Olympia 2024 umziehen müssen – die fällt das Internationale Olympische Komitee aber erst im Jahr 2017. Von „Ultimaten“ seitens der Hafenwirtschaft war in den vergangenen Wochen zu hören. Es sind selten schrille Töne im maritimen Umfeld der Stadt.“
Horch, so die Welt, unterstreicht: „Es ist völlig klar, dass es ohne eine erfolgreiche Olympiabewerbung keine Wohnbebauung im östlichen Hafenbereich geben wird. Und klar ist auch, dass die Stadt den Hafenunternehmen, die ihren Standort verlegen müssen, gute und zentrale Ausweichflächen zur Verfügung stellen wird“, sagte er der „Welt“.
Die Welt verweist allerdings auch deutlich darauf, dass der Konflikt zwischen Teilen der Hafenwirtschaft und dem Senat vielleicht gar nicht so tief geht, wie es äußerlich aussehen mag: „Tatsächlich ist die Substanz des Konfliktes, der derzeit lautstark zelebriert wird, weitaus geringer, als es die Debatte in Bürgerschaft und Hafenbranche vermuten lässt. Auf Steinwerder wie auch im Hafenerweiterungsgebiet Moorburg stünden Reserveflächen zur Verfügung. Die Umschlagprognosen für Hamburg vor allem im Containerverkehr wurden in den vergangenen Jahren mehrfach gesenkt. Längst hat sich die Hamburger Hafenwirtschaft erfolgreich darauf spezialisiert, ihrer Produktivität angesichts des knappen Platzes mit starker Flächenverdichtung stetig zu erhöhen.“
Allerdings: Die Hafenwirtschaft könnte sich beruhigen lassen, für Umweltverbände wird aber mit den Ausweichflächen ein Fass aufgemacht, dass wiederum zu mächtigen Ärger führen dürfte.
Stadt Land Hafen haut jedenfalls heftig auf die Tonne: „Der Unternehmensverband Hafen Hamburg reagierte umgehend und hat einen  Neun-Punkte-Forderungskatalog aufgestellt. Sollten diese Forderungen nicht erfüllt  werden, werde der UVHH die Olympia-Bewerbung der Stadt massiv bekämpfen, stellte dessen Präsident Gunther Bonz klar. Die chaotische Hafenpolitik wird auch in einem Skandal um die EUROGATE-Westerweiterung deutlich. Ein Mitarbeiter der Umweltbehörde hatte das Verfahren absichtlich verschleppt.“
Berichtet wird auch über die Frage: „Opfert der Senat die Hafenbahn? Rangierbahnhof Hamburg-Süd soll zu Olympia-Parkplatz werden“. Weiter heißt es dazu: „Im Hamburger Hafen wächst die Sorge, dass der Senat die Zukunft des Hamburger Hafens auf dem Altar der Olympia-Bewerbung opfert. Aufgeschreckt wurden die Hafenbetriebe nicht nur durch diverse despektierliche Bemerkungen von Senatsmitgliedern bezüglich einzelner Hafenbetriebe, die, wie aus Hafenkreisen zu hören war, „offensichtlich von galoppierender Unkenntnis durch alle Reihen“ gekennzeichnet waren. Für Unmut bei der HHLA sorgt auch, dass Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) mit der Reederei Grimaldi separat über eine Verlagerung des gemeinsamen Unternehmens UNIKAI verhandelt.“

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