Die geheimen Widerstands-Pläne der Hamburger Olympia-GegnerInnen

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Hallo DOSB: Lesen und handeln!

Seit Monaten wiegen wir die VertreterInnen des Senats, der Handelskammer und des Deutschen Olympischen Sport Bundes (DOSB) in einer scheinbaren Sicherheit. Bis jetzt geht unser Plan auf, denn: Immer wieder werden wir von JournalistInnen verwundert gefragt: Wo ist denn der Widerstand? Wir haben meist einige vorbereitete Sätze parat. Z.B. diesen: Olympia 2024 wird in Boston stattfinden – warum sollte sich also jemand in Hamburg aufregen? Gegen Paris und Rom wird Hamburg 2028 ziemlich alt aussehen.

Wenige Tage vor der Entscheidung des DOSB, mit welcher Stadt Deutschland ins Rennen für die nächste Olympia-Bewerbung gehen will und wenige Monate vor einem möglichen Volksentscheid, gestehen wir ein:

Natürlich haben wir einen Geheim-Plan, den wir auspacken werden, wenn der DOSB an seinen Planungen festhalten sollte.

Natürlich haben wir mit all denen Kontakt, die heute in dieser Stadt unterwegs sind in Sachen Verdrängung, Mieten, Soziales, Stadtentwicklung, Umwelt, offene Stadt, mehr Demokratie, Verkehr, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Bildung, FAIRteilen und was es so alles gibt. Selbst in großen Wirtschaftseinrichtungen haben wir von langer Hand Agenten eingeschmuggelt.

Wir erinnern uns still an die gescheiterten Seilbahn-Pläne im Hafen, an den den erfolgreichen Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ und noch so ein paar Projekte, die wir mit anderen gemeinsam ganz gut hinbekommen haben.

Natürlich sind wir in engem Kontakt mit den NOlympia-StreiterInnen aus Bayern, die im letzten September die Olymischen Winterspiele für München verhindert haben und die sich freuen, wenn sie künftig ein wenig an die Elbe kommen dürfen.

Nur nebenbei haben wir bei Change.org/nolympia eine Petition an den Start gebracht. Da haben wir nach nicht mal einer Woche die 5.000 Unterschriften zusammen bekommen, die wir uns vorgenommen hatten. Einfach um mal zu zeigen: Da gibt es Widerspruch, keine Bange.

Im Stillen lesen wir solche Überschriften: Kritik am IOC: Grüne gegen Olympia in Berlin. Nachdem die LINKEN sich schon länger gegen Olympia festgelegt haben, jetzt auch die Grünen?

Wir schmunzeln, wenn der Berliner Kurier berichtet: „Tilmann Heuser, Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), (sieht) Berlin gegenüber Hamburg klar im Nachteil. „Ich glaube nicht, dass sich der DOSB für Berlin entscheidet“, sagte er. Der Deutsche Olympische Sportbund sei sich darüber im Klaren, dass mit Blick auf einen Volksentscheid in Berlin „die Olympia-Gegner leichter zu mobilisieren sind“.

Ja, rufen wir dem Tilmann zu, das mit Berlin ist wohl richtig, aber man soll sich doch bitte nicht über Hamburg täuschen.

Mit Interesse lesen wird im Kurier auch über das unsägliche IOC und über die mehrfache deutsche Meisterin und Olympia-Teilnehmerin Imke Duplitzer. Die Degenfechterin „findet Olympische Spiele unter den derzeitigen Gegebenheiten problematisch; sie kritisierte in diesem Zusammenhang das Internationale Olympische Komitee scharf. „Das IOC betreibt den Verkauf der olympischen Idee“, beklagte die 39-Jährige: „Olympia hat Charme und Potenzial, doch ich finde es nicht schick, was das IOC daraus gemacht hat.““

Wir verraten sicherlich nicht zuviel, wenn wir sagen, dass das IOC neben vielen anderen wichtigen Problemen im Zusammenhang mit einer Hamburger Olympia-Bewerbung ganz viel Aufmerksamkeit bekommen wird. Kann ein „ehrbarer Kaufmann“ wirklich mit diesem IOC Geschäfte machen?

Und eines Überlegen wir noch: Athen, als Wiege der Spiele. Da gibt es ja neuerdings in Griechenland so umstritten-sympathische Leute, die alles auf den Kopf stellen wollen und die sich in sozialen Fragen so richtig reinhängen. Ob wir die auch einspannen sollten?

Mehr geht nun aber wirklich nicht, denn sonst wäre unser Geheim-Plan ja gar nicht mehr geheim.

4 Gedanken zu „Die geheimen Widerstands-Pläne der Hamburger Olympia-GegnerInnen

  1. nur mal zur Klarstellung: die dpa hat mich nicht ganz vollständig zitiert: ich sehe weder in Berlin noch Hamburg Erfolgschancen für eine Olympiabewerbung im Herbst 2015. s. blog.tilmann-heuser.de.
    Herliche Gruesse von der Spree
    Tilmann

    • Danke für die Richtigstellung, aber ich habe das gar nicht gegen Hamburg aufgefasst. Ist doch klar, dass man sich in Berlin an die BerlinerInnen richtet.
      Gruß von die Elbe!
      Dirk

  2. Ich habe noch folgenden Vorschlag, wofür die Stadt, statt für eine Olympiade, sehr sinnvoll und für alle Menschen segensreich Geld ausgeben könnte: Nämlich für die Verschönerung des Hauptbahnhofs. Siehe hierzu den Leitartikel von Oktober 2014 von Martin Streb in „Blätter aus St. Georg“.
    http://www.buergerverein-stgeorg.de
    Mich macht der platte Satz „… Olympia, das bringt Touristen in die Stadt!“ immer ganz böse. Die kommen sowieso. Und vermutlich kommen die meisten am sehr, sehr abstoßenden Hauptbahnhof an und gehören zu den täglich circa 450.000 Besuchern.

  3. Pingback: NOlympia-Presseschau für März 2015 » Nolympia

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