Der Sprung der Schwimmhalle über den Moldauhafen

Noch vor einer Woche waren es vier und nun ist es nur noch ein Entwurf – so bastelt man im Speeddurchlauf einen Masterplan für die so genannte Olympic City, deren Reichweite flux mit einem Stadionsprung erweitert wurde. Die Schwimmhalle wandert vom O’swaldkai rüber zum Überseezentrum und dieser Sprung über den Moldauhafen hat es in sich. Aber seht selbst:

Olympia-Lego: Variante B soll's derzeit sein.

Olympia-Lego: Variante B soll’s derzeit sein.


Schon bei der Präsentation der vier Varianten in der Magnus Hall waren die Vertreter der Hafenwirtschaft nicht amüsiert über diese Ausweitung, da weitere Hafenfirmen dann umziehen müssten. Nun geht der Senat mit der Entscheidung für diese Variante auf direkte Konfrontation mit der Hafenwirtschaft, mit offenen Ausgang. Günter Bonz, Vertreter der Hamburger Hafenunternehmer, wird – wie es sein Job ist – gegenüber dem NDR sehr deutlich: „Nun hören wir, dass unabhängig von der IOC-Entscheidung das so oder so umgesetzt wird. Da müssen wir sagen: Wem können wir noch trauen? So kann man mit uns nicht umgehen, und dann steigen wir aus diesem gemeinsamen Konzept aus. Das ist unehrlich!“ Gut gebrüllt, geht es doch nun vor allem darum, für die Hafenwirtschaft schon vor Eröffnung der Spiele viel Gold herauszuholen.

Der Senat hat hier viele Interessen zu befriedigen, zumal nun mit dem Moldauhafen ein Gebiet verplant wird, das aufgrund der besonderen Pachtverhältnisse schwierig ist. Bis 2028 ist dieses Gebiet aufgrund der Versailler Vertrags an die Tschechoslowakei (heute Tschechische Republik) verpachtet. Auch dies dürfte mit entsprechender Finanzspritze aus öffentlichen Geldern zu lösen sein. Die Frage „Was kostet der Spaß?“ wird also zur Masterfrage zum Masterplan.

Hintergrund für die Entscheidung für die Verlagerung der Schwimmhalle wird der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) sein, der im Hintergrund an den Hamburger Plänen mitstrickt. Bereits im Herbst gab es die Rückmeldung, dass die Hansestadt zu klein geplant habe. Die Vorstellung von vier Stadion-Varianten, die dann ohne weitere Diskussion eine Woche später passé sind, ist eine Beteiligungsfarce. Ein erster Vorgeschmack darauf, wie sich der rot-grüne Senat die „Partizipation“ der Bürgerinnen und Bürger vorstellt.

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