Ich glotz TV und hör Radio – Was IOC und DOSB nicht schaffen: Doping Opfer ehren Whistleblowerin

Ein knappes Jahr nach der frohen Kunde, dass Hamburg sich nicht für die Olympischen Spiele 2024 bewirbt, ist die Orientierungslosigkeit beim Deutschen Olympischen Sport Bund (DOSB) größer denn je. Die öffentlich-rechtlichen Medienanstalten haben beim Milliarden-Poker um die Senderechte verloren und werden nach derzeitigem Stand die Spiele von 2018 bis 2024 nicht mehr übertragen. Während die öff-rechtlichen Sender davon sprechen, dass sie „an die Schmerzgrenze gegangen“ wären, bin ich geneigt zu sagen: Nein, ihr wart schon weit drüber hinaus! Es gibt absolut keinen Grund, den Klüngel des IOC durch völlig abgedrehte Milliarden-Geschäfte zu unterstützen und damit der Illusion Vorschub zu leisen, als ginge es irgendwie noch um Sport. Auf die wachsende Kritik aus den Kreisen der aktiven Sportler fällt dem DOSB nicht mehr ein, als zu fordern: Kritik bitte nur intern! Was IOC und DOSB nicht hinbekommen: „Die russische Leichtathletin Julia Stepanowa wird für ihren Mut und ihre Konsequenz geehrt. Ihr wird der Preis der Doping-Opfer-Hilfe verliehen. Stepanowa deckte das systematische russische Doping auf. Die drastischen Konsequenzen seien ihr nicht klar gewesen, sagt die Leichtathletin heute.“ Weiterlesen

„Skandal um Olympia-Tickets – Wie bei der FIFA!“

Thomas Bach: Sein enger Berater verhaftet und verwickelt in einem Skandal im illegale Ticket-Geschäfte. Foto: Ralf Roletschek-Wikipedia

Thomas Bach: Sein enger Berater verhaftet und verwickelt in einem Skandal im illegale Ticket-Geschäfte. Foto: Ralf Roletschek-Wikipedia

Nach Hamburg dürfte auch Rom als Bewerberstadt für Olympia 2024 aussteigen und vorerst nur noch Paris und Budapest für Europa im Rennen verbleiben. Aber das ist derzeit eher eine Randgeschichte, denn der nächste Skandal rund um Korruption und Vorteilsnahme am oder im IOC ist im werden. Diesmal geht es um den Ticket-Verkauf. Der DLF titelt: „Skandal um Olympia-Tickets – Wie bei der FIFA!“ und schreibt: „Der Ire Patrick Hickey ist verstrickt in den Handel mit Olympiatickets auf dem Schwarzmarkt. Ein Klassiker der Sportkorruption. Aber jetzt gibt es in diesem Zusammenhang auch Kontakte zum deutschen IOC-Präsidenten Thomas Bach. Emails könnten zumindest eine Mitwisserschaft vermuten lassen, kommentiert Andrea Schültke.“ Und auch die Süddeutsche schreibt: „Vor seiner Festnahme hat IOC-Mitglied Pat Hickey in Nachrichten an Thomas Bach dreiste Kartenanfragen gestellt. Die Mails werfen Fragen an den deutschen Olympia-Boss auf.“ Der Ober-Olympia-Reformer Thomas Bach gerät unter Druck. Drumherum und das Herz des IOC auch unangenehme Ereignisse beim Deutschen Olympischen Sport Bund. Der hat wachsende interne Probleme und reichlich Ärger mit einem Sponsor, dem die unangenehmen Machenschaften rund um Olympia zu viel wurden und seinen Vertrag kündigte. Weiterlesen

Wann gehen Vesper und Hoermann? Gold gegen den Deutschen Olympischen Sport Bund

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DOSB-Chef Hoermann beim NEIN der HamburgerInnen zur Olympia-Bewerbung von Hamburg.

Zwei Brüder irgendwie anders. Beide haben Gold-Medallien. Der eine pfeift auf die Nationalhymne (taz 15.8.2016), der andere kritisiert den vermeintlichen Reform-IOC-Deutschen Thomas Bach schon mal deutlich. „Diskus-Star Robert Harting hat mit Blick auf seine Attacken gegen IOC-Präsident Thomas Bach auch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) kritisiert und sich über mangelnde Rückendeckung beklagt.“ Schon vor den Spielen in Rio hatte er Bach und seinen Umgang mit dem russischen Staatsdoping kritisiert. Dafür musste er beim Ex-Grünen NRW-Minister und heutigem DOSB-Geschäftsführer Michael Vesper antreten.  Jetzt hat Robert Harting seine Kritik auf den DOSB erweitert: „Harting: DOSB-Verhalten „einfach nur peinlich““ heißt es hier. Und auch Sport1 berichtet über die klaren Worte des Diskus-Werfers, der aufgrund einer Verletzung bei den Spielen aufgeben musste – während sein Bruder Christoph die Goldmedaille holte und mit seinem Auftritt gegenüber Medien und bei der Medallien-Vergabe für Aufregung sorgte (Welt). Weiterlesen

Olympische Spiele zwischen Hamburg, Rio, Doping und einem orientierungslosen DOSB

Während die Miniatur-Olympioniken Marke Gebrüder Braun laut taz-Nord trotz der laufenden Skandale rund um den O-Sport weiter unverzagt im medialen Sommerloch von einer Hamburger erneuten Olympia-Bewerbung schwätzeln, berichtet der NDR mit Blick auf den hiesigen Bürgermeister: „Auf die Frage, ob er froh sei, dass die Hamburger Bürger Olympische Spiele in der Stadt abgelehnt hätten, sagte Scholz: „Die Hamburger sind als vernünftige Leute bekannt. Dies ist gut.““ Trotzdem hat der von der Handelskammer Hamburg uns eingebrockte Bewerbungs-Unsinn uns eine Menge Geld gekostet, berichtete jüngst die Welt: „Was in Hamburg unterm Strich bleibt: Am Ende hat alleine der Traum von Olympia etwa 12,6 Millionen Euro gekostet, die Stadt muss 80 Prozent davon alleine bezahlen, die Wirtschaft steuerte 2,4 Millionen Euro bei. Der Bund beteiligt sich nicht.“ Die Führungsriege beim Deutschen Olympischen Sport Bund um Hoermann und Vesper, die inzwischen zwei gescheiterte Olympia-Bewerbungen auf ihrem „Erfolgskonto“ abschreiben darf (München, Hamburg), hat derweil andere Sorgen als Sport: Denen ist nun ein weiterer wichtiger Sponsor abhanden gekommen. Auch hagelt es massive Kritik von allen Seiten, was die internen Strukturen angeht, weiß der Deutschlandfunk zu berichten. Würde man mich fragen: Personelle Konsequenzen stehen auch auf der ToDo-Liste.

Alles richtig gemacht und gescheitert – Soziale Motive des Neins zu Olympia

20150731_wer-hat-die-machtSie haben alles richtig gemacht – und doch verloren. Aber das lag an anderen. So in etwa ist eine Woche nach dem Olympia-Referendum im wesentlichen das Fazit derjenigen, die Olympische Spiele nach Hamburg holen wollten. In Hamburg suchen FDP und CDU die Schuld bei Bürgermeister Scholz und dem rot-grünen Senat. Der DOSB verweist auf seiner ehemals als Jubelfeier geplanten Tagung am Samstag in Hannover vor allem (Deutschlandfunk) auf die FIFA und den DFB. Ansonsten aber, so der DLF: „Selbstkritik übte er bei der Mitgliederversammlung in Hannover kaum“. Dass sich viele Menschen möglicherweise einfach sorgen machten, dass Olympia in Hamburg die Mieten und die Stadt teurer gemacht hätte, taucht in den Betrachtungen nirgends auf. Weiterlesen

Olympia in Hamburg scheitert an sich selbst

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Schockiert: Bürgermeister Scholz (SPD), zweite Bürgermeisterin Fegebank (Grüne), DOSB-Chef Hoermann. Alles richtig gemacht mit großen Visionen und beim Hamburger Olympia-Referendum doch verloren. Was ist da passiert?

Die Eliten aus Politik, Unternehmen, Medien und den Spitzenverbänden des Sports sind fassungslos, geschockt. Die Riesen-Chance für Hamburg. Vertan durch die Mehrheit der HamburgerInnen. Sie hatten doch die Super-Argumente, die tollsten Konzepte, – und sind gescheitert. Sie hatten Millionen in die Kampagne Pro-Olympia gesteckt, es gab nur Vorteile für alle, und keine Nachteile. Und sind gescheitert. Die Gründe: Die Fifa, der DFB, die Flüchtlinge – an ihnen selbst, den Verantwortlichen der Kampagne hat es unter keinen Umständen gelegen. Alles am Hamburger Konzept und der Zusammenarbeit war bestens – nur die Weltlage war gegen sie?! Vielleicht aber waren da viele von sich selbst einfach nur zu besoffen? Vielleicht haben die Menschen in den Stadtteilen eine andere Vision von Hamburg, als die Eliten?

Keine Frage: Dieses Nein war so nicht zu erwarten. Aber umgekehrt war es auch kurios, dass sich in den Umfragen so viele HamburgerInnen angeblich eher für die Olympia-Bewerbung ausgesprochen hatten. Immerhin gab es die verheerenden Volksentscheide in Bayern gegen die Winterspiel-Bewerbung von München.

Es werden sicher viele Entscheidungsträger in Hamburger über die Rolle der Handelskammer nachdenken. Sie war es vor allem, die Hamburg zum Jahreswechsel 2014 massiv unter Druck setzte, das Abenteuer Olympia-Bewerbung erneut auf die Tagesordnung zu setzen. Wenige Wochen nach dem Desaster der Olympia-Bewerbung in Bayern und dem Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ verlange sie die Bewerbung. Der Fehler Nr.1 und 2: Wieso eigentlich hat die Handelskammer soviel Macht, dass der Senat gehorchte?

Ganz gründlich nachdenken sollte man auch beim Hamburger Abendblatt, Fehler Nr.3:  Das Blatt hat sich wie kein anderes Medium in Hamburg mit einer klaren Ansage des Chefredakteurs in den Dienst der Bewerbung gestellt und trotz aller Konflikte und erkennbarer Probleme, gegenüber dem Ziel – Olympia nach Hamburg zu holen – nie die erforderliche Distanz hinbekommen.

Der Leitartikel zum Wahlergebnis ist ohne einen Funken Selbstreflektion über die eigene Grenzüberschreitung, die das Abendblatt mit dieser Form der direkten Medien-Intervention gemacht hat. Der Blick des Kommentars Richtung Senat lenkt ab, von der eigenen Rolle! Das Abendblatt wollte die Spiele herbeischreiben, und hat versagt! Und es ist Ignoranz gegenüber der Wirklichkeit, wenn Chefredakteuer Haider schreibt: „Sagen wir es, wie es ist: Von außen betrachtet hat sich Deutschland mit Hamburg in einer Form blamiert, wie man es kaum für möglich gehalten hätte – auch wenn der Hauptgrund vermutlich die schwierige Weltlage gewesen ist.“ Erste Frage: Und wie ist es von innen betrachtet? Und zweitens: Nein, nicht Deutschland, sondern das Abendblatt und ein Teil des Journalismus hat sich blamiert!

Dann wären noch andere wirtschaftliche Interessierte wie Otto oder das Miniaturwunderland zu nennen. Überspringen wir das mal ….

und kommen wir zu den Grünen: Im Vorfeld der Bürgerschaftswahlen ein sehr taktisches „Ja, aber“. Danach, als Partner einer SPD im Senat eine zweite Bürgermeisterin, die auf der Präsentation der Hamburger Bewerbung beim DOSB mit einem klaren, eindeutigen und im Grunde bedingungslosem Votum für die Hamburger Bewerbung eintritt. Geradezu symbiotisch die Stellungnahmen der Fraktionsvorsitzenden von SPD und Grünen nach der Entscheidung für Hamburg statt Berlin als deutsche Bewerberstadt. Niemand möge vergessen, dass der DOSB-Geschäftsführer Michael Vesper mal gewichtiger Grüner Minister in NRW war!

Während ein rundes Drittel der Grünen skeptisch bleibt, was die Olympia-Bewerbung angeht, tragen die Spitzen der Grünen alle Entscheidungen mit. Vom fragwürdigen Referendum mit der Verfassungsänderung bis hin zu den Mängeln in der Informationslage zum Referendum. Auch das Nein der Jugendorganisation der Grünen wird galant mit Unterstützung der Medien weitgehend ignoriert. An – vielzuvielen Stellen – sind wir den „Pragmatismus“ der „neuen“ Grünen gewöhnt. Darf man Fragen: Hat das Scheitern personelle Konsequenzen? Ich denke: ja!

Anzunehmen ist, dass in Hamburg der Posten des Innen- und Sportsenators in den nächsten Wochen neu zu besetzen sein wird. Doch die SPD insgesamt muss sich fragen, wie es eigentlich weitergeht. Scholz hat seine zweite Bürgerbefragung in Hamburg verloren. Das lässt sich nicht einfach abtun mit einer „Weltlage“ oder äußeren Einflüssen. An der Seite von Vattenfall hat die SPD den Volksentscheid „Unser Hamburg – unser Netz“ um die Rekommunalisierung der Energienetze verloren. Jetzt die „Vision und Chance für Hamburg“ an der Seite der Handelskammmer, des Otto-Versands und anderer mit dem Olympia-Referendum. Das mag nicht opportun sein, aber: Der Bürgermeister hat ein echtes Problem.

Die nächsten Wochen werden viel Aufarbeitung bedeuten, was da gerade in Hamburg passiert ist. Das umso mehr, weil auch zahlreiche Medienvertreter bemerkt haben: Eine in der breite und mit vielen Organisationen aufgestellte NOlympia-Bewegung gab es in Hamburg nicht. Viele einzelne AktivistInnen, lose vernetzt, mit fast keinem Geld und nicht einmal als wirkliches Bündnis aufgestellt, hat argumentativ und inhaltlich orientiert gegen das Pro-Olympia-Bündnis gehalten. Die Fraktion der Linken war die einzige parlamentarische Kraft, die Nein zu Olympia gesagt hat. Spät haben der BUND Hamburg und einige andere Verbände ihr Nein zum Referendum eher vorsichtig und als Einzelstatement vorgetragen. Eine wirklich identifizierbare, schlagkräftige Bewegung war das sicher nicht. Eher Ausdruck einer „diffusen“ Gegenstimmung.

Aber: Schon das hat am Ende ausgereicht, die Olympia-Bewerbung zu Fall zu bringen. Für die große Politik muss das umso mehr Fragen aufwerfen. Was haben die da oben nicht verstanden?

 

 

Olympia, die Konzerne, Medien, Politik und das große Geschäft – Die Konflikte nach einem Ja beim Referendum gehen weiter

GeschenkideenDie Hamburger Medien und einige Marketingagenturen haben sich zusammen getan. Wirtschafts-Unternehmen sehen große Geschäfte, die Baubranche ist begeistert. Gemeinsam geben sie Millionen Euros dafür aus, damit die Botschaft jedeN erreicht: Olympia ist ein Wunder- und Zauberwerk für Hamburg: 100 Prozent Chancen – Null Risiken. Sogar der MoPo fällt auf, dass da getrickst werden könnte. Weiterlesen

IOC: Dopen & trotzdem dabei sein ist alles!

Für Geld verbrennt jede positive Dopingprobe...

Für Geld verschwindet so manche positive Dopingprobe in den Flammen…

So schnell kommt man gar nicht hinterher, wie die Sportfunktionärswelt neue Skandale produziert. „Der Weltsport steht vor einem gewaltigen Beben“, schreibt das Handelsblatt. Dieses Mal steckt das IOC mitten im Sumpf von Korruption und Doping: Alles dreht sich um die Leichtathletik und um den ehemaligen Chef des Leichtathletikverbands (IAAF), Lamine Diack. Weiterlesen

Olympia in Hamburg oder NO: „Nachhaltig ist Beschiss“

P1000962Da ist inzwischen viel in Bewegung gekommen, so mit der Hamburger Olympia-Bewerbung und dem laufenden Referendum. Der BUND Hamburg sagt Nein, auch der Zukunftsrat (PDF) hält das derzeit für die richtige Antwort. Sogar im HSV-Stadion zeigen Fans Banner gegen Olympia, wie auf der Seite Faszination Fankurve zu sehen ist. Schorsch Kamerun, Regisseur und Sänger der Goldenen Zitronen brachte auf Hamburg1 die Olympia-Frage auf den Punkt: „Ich glaube nicht, dass ständiges Wachstum möglich ist, ich glaube nicht an Leuchtturmprojekte. Nachhaltig ist Beschiss. Da glaubt kein Mensch dran, das ist Blödsinn. Schon der Rahmen für diese Pläne ist ein Problem. Auch London hat verbrannte Erde hinterlassen.“ (zitiert nach Abendblatt). Weiterlesen

Bewerbungskosten: 25 Millionen aus der Wirtschaft? Bisher 0 Zusagen!

Schöne Arbeitsteilung: Der DOSB bestimmt, die Stadt blecht.

Schöne Arbeitsteilung: Der DOSB bestimmt, die Stadt blecht.

„Die Bewerbung für die Olympischen Spiele 2024 soll die Stadt höchstens 15 Millionen Euro kosten“, so die vollmundige Ankündigung vom Sportsenator Michael Neumann im Sommer 2015. Auf mindestens 50 Millionen Euro werden sich die Bewerbungskosten belaufen, die Bundesregierung hatte erst 30 Millionen Euro zugesichert, aber nur 10 Millionen fest im Haushalt verankert (fairspielen berichtete). Wenn der Senat 15 Millionen zahlt und keinen Cent mehr, der Bund nach derzeitigem Stand 10 Millionen übernimmt, dann fehlen noch 25 Millionen Euro aus der Wirtschaft. Eine ordentliche Summe, die da zusammen kommen müsste, zumal die Bewerbungskosten ja jetzt anfallen. Weiterlesen