BUND-Chef Hubert Weiger unterstützt Nein beim Olympia-Referendum

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BUND-Chef Hubert Weiger und die Hamburger Landesvorstandsprecherin Maren Jonseck-Ohrt

Der Hamburger Landesverband des BUND bekommt für sein NEIN zum Olympia-Referendum Unterstützung durch den Bundesvorstand des Umweltverbandes. In einer Pressemitteilung heißt es: „Anlässlich seines Besuchs in Hamburg hat der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, die Bewerbung der Hansestadt als Austragungsort für die Olympischen Sommerspiele 2024 deutlich kritisiert. Argumente des Natur- und Umweltschutzes nutze die Stadt nur zu Werbezwecken, konkrete Aussagen dazu fehlten. Auch das vor kurzem vorgestellte Finanzkonzept weise im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit und der Wirtschaftlichkeit der Spiele deutliche Lücken auf. Der Bundesverband des BUND unterstütze daher ausdrücklich die Position des Hamburger Landesverbandes, der in der vergangenen Woche dazu aufgerufen hatte, beim Referendum am 29. November mit „Nein“ zu stimmen.“ (*, siehe unten)

Hier als Dokumentation die PM in vollem Wortlaut. (siehe auch die Presseseiten des  BUND Hamburg und BUND Bundesverband)

Rückenwind aus Berlin: BUND-Bundesvorstand unterstützt „Nein“ des Hamburger Landesverbands zu Olympia

Hamburg/Berlin – Anlässlich seines Besuchs in Hamburg hat der Vorsitzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, die Bewerbung der Hansestadt als Austragungsort für die Olympischen Sommerspiele 2024 deutlich kritisiert. Argumente des Natur- und Umweltschutzes nutze die Stadt nur zu Werbezwecken, konkrete Aussagen dazu fehlten. Auch das vor kurzem vorgestellte Finanzkonzept weise im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit und der Wirtschaftlichkeit der Spiele deutliche Lücken auf. Der Bundesverband des BUND unterstütze daher ausdrücklich die Position des Hamburger Landesverbandes, der in der vergangenen Woche dazu aufgerufen hatte, beim Referendum am 29. November mit „Nein“ zu stimmen.

Während einer Barkassenfahrt durch den Hamburger Hafen machten sich der BUND-Vorsitzende und weitere bundesweit angereiste Vorstandsmitglieder ein Bild von der Fläche für die geplante Olympia City, dem „Kleinen Grasbrook“, und vom Travehafen, der für die Umsiedlung von Hafenunternehmen zugeschüttet werden soll. Der Travehafen hat eine hohe Wertigkeit vor allem als „Kinderstube“ für die Elbfische. Solche Nebenflächen abseits des Hauptstroms dienen in der Tideelbe zudem als wichtiger Puffer bei Hochwasser und als Sedimentationsbereiche für Sand und Schlick, welche mit der Flut nach Hamburg geschwemmt werden. Ohne diese „Retentionsflächen“ würden sich die Sedimente verstärkt an den Schiffsanlegern ablagern.

Aus Sicht des BUND fehlt ein verbindliches und flächenscharfes Konzept für die Verlagerung der derzeit auf dem Grasbrook ansässigen Unternehmen sowie für die in der Folge erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen. Da im Hamburger Hafen extreme Flächenknappheit herrsche, sei bereits jetzt abzusehen, dass der Natur- und Umweltschutz wie so oft bei Hamburger Großprojekten das Nachsehen habe, kritisierte der BUND-Vorsitzende.

Anders sei es nicht zu erklären, dass das vor kurzem vorgestellte Finanzkonzept in vielen Bereichen Kostenschätzungen auf zwei Stellen hinter dem Komma ausweise, aber Kosten beispielsweise für die Schaffung neuer Retentionsräume nicht einmal erwähnt würden. Dabei könnten diese leicht 50 Millionen Euro und mehr betragen, sagte Weiger.

Der BUND-Vorsitzende zweifelt auch an der versprochenen Klimaneutralität Olympischer Spiele in Hamburg. London müsse hier ein warnendes Beispiel sein. Die dortige Olympiade im Jahr 2012 gilt als Meilenstein für nachhaltige Spiele. Von den rund 3,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid, die der Veranstaltung zugeschrieben werden, wurden jedoch lediglich weniger als 300.000 Tonnen über zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen kompensiert.

„Gerade vor der internationalen Klimakonferenz in Paris muss der Hamburger Senat darlegen, wie er eine solche Mammutveranstaltung klimaneutral bewerkstelligen will. Die Bürgerinnen und Bürger brauchen klare Informationen über die Folgen und Risiken“, forderte Weiger angesichts des für den 29. November geplanten Referendums.

Für Rückfragen: Paul Schmid, BUND-Hamburg, Tel. (040) 600 38712
Annika Natus, BUND-Pressereferentin, Tel. (030) 27586-464

 

(*, Der Autor dieses Artikesl ist Mitglied im Landesvorstand des BUND Hamburg)

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