Brasilien zwischen Fußball-WM und Olympia

Foto: Phyllis Bußler

Auf dem Morro da Providência in Rio de Janeiro. Foto: Phyllis Bussler

Brasilien hat nicht nur ein, sondern gleich zwei Megaevents hintereinander zu stemmen und die negativen Folgen von WM 2014 & Olympia 2016 haben vor allem im letzten Jahr zu Massenprotesten im ganzen Land geführt. Auch derzeit regt sich Widerstand gegen die Brutalität und Repression der Militärpolizei. Amnesty International berichtet, dass – seit dem Ende der Fußball-WM – allein in Acari, einer Favela in Rio de Janeiro, mindestens neun Menschen bei Einsätzen der Militärpolizei getötet wurden. (N)Olympia empfiehlt den 119. Jour fixe der Gewerkschaftslinken zum Thema „Soziale Kämpfe in Brasilien“ am 3. September im Curio Haus. Eingeladen ist Phyllis Bußler von KoBra (Kooperation Brasilien e.V.). Sie ist ebenfalls Sprecherin der Brasilienkoordinationsgruppe der deutschen Amnesty-Sektion. Anbei die Ankündigung.

Brasilien gehört zu den BRICS-Staaten (Brasilien, Rußland, Indien, China, Südafrika), Schwellenländer, die wegen ihres Wirtschaftswachstums die „westlichen“ Staaten innerhalb der nächsten 30 überholt haben dürften. Die Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Sommer zeigte jedoch das Ausmaß der sozialen Probleme dieses Landes. Schon im Sommer vorigen Jahres gab es Proteste. „Wenn mein Kind krank wird, soll ich es dann ins Stadion bringen?“, riefen die Protestierenden im vergangenen Juni, als in Brasilien die Menschen in Massen auf die Straße gingen, um für ein besseres Gesundheits- und Bildungssystem und gegen Korruption zu demonstrieren. Auch die extremen Kosten für die Fußball-Weltmeisterschaft wurden angeprangert und die hohen Fahrpreise.

Bereits im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft haben sich die Betroffenen von Vertreibung und Zwangsräumung, informelle HändlerInnen, Mitglieder von sozialen Bewegungen, kritische AkademikerInnen und andere weitere Menschen aus der Zivilgesellschaft in den Comitês Populares da Copa, in Basiskomitees, welche den Entwicklungen im Rahmen von WM und Olympischen Spielen kritisch gegenüber stehen, zusammen getan. Nicht nur in RIo de Janeiro, sondern in allen Städten, in denen die WM ausgetragen wurde.

Die Kollegin Bußler wird auf das Ausmaß und die Organisation von Widerstand eingehen, auch auf die politischen und wirtschaftlichen Interessen, die hinter den Umstrukturierungen, Vertreibungen und Zwangsräumungen stehen. Und auf das, was aufgrund der olympischen Sommerspiele 2016 auf die Bevölkerung noch zukommt.

119. Jour fixe der Gewerkschaftlinken Hamburgs, Brasilien zwischen Fußball-WM und Olympia: Soziale Kämpfe im größten Land Lateinamerikas, Mittwoch, 3. September, 18 Uhr 30, Curiohaus, Rothenbaumchaussee 15 (Hofdurchgang);

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