Aus dem „Dunstkreis“: Noch eine Anti-Olympia-Unterschriftenaktion

olympia-kugelschreiberWer einen Kugelschreiber hat, ist klar im Vorteil. Mit einer weiteren Unterschriften-Aktion will nun eine weitere Anti-Olympia-Aktion an den Start gehen. Darüber berichtet die Welt. Pikant für die FreundInnen grüner Regierungspolitik sicherlich: Die Grüne Jugend Hamburg unterstützt das neue Projekt. 10.000 Unterschriften wollen nun ein Bündnis aus AStA und Grüner Jugend sammeln. Die Rechtslage schreibt vor, dass das innerhalb von nur drei Wochen erfolgen muss, wenn der Abdruck eines Gegen-Votums im Informationsheft zum Olympia-Referendum im November erzwungen werden soll. Heute wurde diese Aktion offiziell angemeldet und bis zum 16. September müssen die Initiatoren nun diese Unterschriften zusammen bekommen. Eine durchaus ambitionierte Aufgabe.

Auf den Internet-Seiten der Initiatoren ist bislang (27.8. 22 Uhr) zu der heutigen Pressekonferenz und zum Text der Gegenvorlage nichts zu finden. UPDATE: Dafür gibt es nun aber offenbar die Seite NeinzuOlympia.de, auf der das Projekt samt Text für die Gegenvorlage präsentiert wird. Unter den Hamburger NOlympia-Aktiven hat diese Aktion nur wenig Zuspruch. Nach den Volksinitiativen „Rettet den Bürgerentscheid“, „Lex Olympia“ und „Stop Olympia“ dürfte die Verwirrung da draußen auf der Straße nicht geringer werden.

Auf der Homepage sagen die Aktivisten von sich selbst: „Wir sind Aktive aus dem Netzwerk „NOlympia Hamburg – Etwas Besseres als Olympia“, die auch engagiert sind in: AStA Universität Hamburg, AStA Technische Universität Harburg, AStA HafenCity-Universität, DIDF, GEW, SPD, LINKE, GRÜNE JUGEND, ver.di.“

Die Grüne Jugend hatte sich schon im Frühjahr entschieden: Olympia – mit mit uns! Auf deren Homepage ist zu lesen: „Olympische Spiele wird Hamburg nur um einen sehr hohen Preis veranstalten können. Neben den hohen finanziellen Belastungen werden große Teile der Stadt in Hochsicherheitszonen verwandelt und die Gentrifizierung wird weiter vorangetrieben. Den meisten Hamburger_innen bleiben von den olympischen Spielen nur hohe Kosten und der Blick aus der Ferne auf den Kleinen Grasbrook.Ganz im Gegensatz zum Motto der Werbekampagne, ”Feuer und Flamme für die Spiele in Hamburg, weil Hamburg nur gewinnen kann”, kann Hamburg eben nicht nur gewinnen, sondern in vielerlei Hinsicht nur verlieren.“

Auch der Asta der Uni Hamburg hatte sich im Juni gegen die Olympia-Bewerbung positioniert. Dort heißt es: „Am 25. Juni hat sich an der Universität Hamburg ein Anti-Olympisches Komitee gegründet. Erste Vorhaben sind neben zahlreichen kleineren Aktivitäten ein großer internationaler Kongress mit politisch und wissenschaftlich Aktiven im Herbst und eine uniweite Aktionswoche vor dem Referendum. Bereits vor einer Woche hat das Studierendenparlament der Uni Hamburg mit großer Mehrheit einen ausführlichen Beschluss gegen die olympischen Spiele des IOC gefasst und erklärt, sich dem NOlympia-Bündnis anzuschließen.“

Wie sich die Initiatoren dieser neuen Unterschriften-Aktion die nächsten drei Wochen vorstellen bzw. angehen werden, um erfolgreich das Ziel „Gegen-Vorlage“ im Referendums-Heft zu erreichen, wird man nun sehen müssen. Die Meßlatte ist nun jedenfalls hoch gelegt. Aber vielleicht ist das ja wie mit Ulrike Meyfarth 1972 in München: „Als der Olympiasieg bereits feststand, ließ Meyfarth die Latte auf die Weltrekordhöhe von 1,92 m legen. Auch diese Höhe meisterte die 16-jährige und stellte damit den bestehenden Weltrekord ein. Meyfarth ist bis dato die jüngste Leichtathletik-Olympiasiegerin in einem Einzelwettbewerb“, heißt es bei Wikipedia.

Vor wenigen Tagen war ein Bericht des Rechnungshofes bekannt geworden, der den Zeitpunkt des Referendums im November massiv und als viel zu früh kritisierte. Der Senat würde angesichts der enormen Planungsaufgaben und der zahlreichen Unsicherheiten bis zum Referendum keine ausreichenden Aussagen für eine Entscheidung der BürgerInnen in einem Referendum bereit stellen können.

Viele der vom Rechnungshof genannten Probleme, werden seit Monaten von Anti-Olympia-Aktiven vorgetragen. Über die Kritik der NOlympia-Aktiven berichteten gestern auch die Hamburger Medien nach einer Pressekonferenz sehr ausführlich. Die Welt, die Mopo der NDR und das Abendblatt, selbst die Bild kam darum nicht herum.

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