Alles im Fluss: Hamburgs Olympia“konzept“

Wie die Olympischen Spiele bezahlt werden sollen? Unklar. Wie die Bürgerinnen und Bürger befragt werden sollen, ob sie das Großereignis wirklich in der Stadt haben wollen? Unklar. Das Klarste an Hamburgs Olympia-Visionen waren bisher die Visualisierungen der OlympicCity. Bisher.

Bild: Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp), Büro Gärtner und Christ)

Bild: Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp), Büro Gärtner und Christ)

Hier sieht man eins der üblichen gmp-Bilder, die in keiner Olympia-Broschüre der Stadt fehlen dürfen. Teil und Herzstück dieser visuellen Planungen ist der 30.000 qm2 große Moldauhafen, der an das Olympische Dorf grenzt und die direkte Verbindung zum so genannten „Olympic Family Quarter“ herstellen soll. Schade nur, dass der Moldauhafen gar nicht zu verplanen ist, schließlich ist dieses Hafenbecken noch bis 2028 an die Tschechische Republik (als Rechtsnachfolgerin der Tschechoslowakei) verpachtet.

Aber Hamburg kann das, gar kein Problem! Schon jetzt verspricht der Senat, dass es wegen Olympia zu keinerlei Einschränkungen im Moldauhafen kommen wird: „Die vorgesehenen Bauten für die Olympischen Spiele werden das Hafengelände der Tschechischen Republik nicht belasten. Und auch die Brücken werden so hoch sein, dass der Zugang frei bleibt“, so fasst Christian Ancker, tschechische Honorarkonsul in Hamburg, die Ergebnisse eines Gesprächs mit Olaf Scholz zusammen. „Der Streit um den Moldauhafen ist beigelegt“, weiß dann auch das Abendblatt fleißig zu berichten.

Wie das logistisch gehen soll? Man darf gespannt sein. Die umfangreiche Erschließung der „OlympicCity“ Kleiner Grasbrook wird also (-so die Pläne des Senats-) mit all den notwendigen Brückenbauten, Bodenabtragungen, Bombenfundbeseitigungen, Großbaustellen für Olympia-Stadion & Olympisches Dorf, Verkehrsanschließung, etc. zeitgleich erfolgen zum umgehinderten Hafenbetrieb im Moldauhafen, der (-so die Pläne der Tschechischen Republik-) bis 2028 intensiviert werden soll. Die Lösung: Man muss einfach nur Brücken bauen, die hoch genug sind, und dann klappt’s auch mit den tschechischen Nachbarn.

Gute Hintergrundinfos liefert der Blog Hamburg für die Elbe zu den Nutzungskonflikten im Hafen.

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